Wiener Gemeinderat (2)

Aktuelle Stunde: Kindergärten in Wien

Wien (OTS) - Die von den Wiener Grünen eingebrachte Aktuelle
Stunde zum Thema "Kindergärten in Wien - Sprungbrett in die Zukunft" leitete GR Claudia Smolik (Grüne) damit ein, dass sie eine breite Diskussion über die Bildungseinrichtung der Wiener Kindergärten vermisse. Sie kritisierte an der SPÖ die mangelnde Gesprächsbereitschaft über eine mögliche Senkung der Gruppenanzahl in Kindergärten und über die gemeinsame Ausbildung aller PädagogInnen in den Kindergärten. Sie meinte ferner, das spielerische Lernen in den Kindergärten komme viel zu kurz. Viele Kinder mit anderer Muttersprache könnten beim Schulantritt noch immer nicht Deutsch. Neuerlich verlangte sie den Gratiskindergarten für alle Kinder, denn wenn der Kindergarten für die SPÖ eine Bildungseinrichtung darstelle, dürfe der Besuch nichts kosten.

GR Veronika Matiasek (FPÖ) bemerkte, sie halte das Kindergartensystem in Wien für gut. Man könne aber nicht alles an den Kindergarten delegieren, auch die Familie müsse ihren Anteil an der Erziehung wahrnehmen. Sie trat für die Flexibilität hinsichtlich der Öffnungszeiten der Kindergärten ein, weil auch etliche Eltern an den Wochenenden arbeiten müssten. Auch sie forderte den kostenlosen Kindergarten und zum anderen eine Verbesserung der Tagesmuttereinrichtungen.

GR Monika Riha (ÖVP) bezeichnete die Kindergärten als wichtige Bildungseinrichtung, die aber keine Aufbewahrungsstätte seien. Kindergärten sollen für das Leben vorbereiten, aber auch den Einklang zwischen den Eltern und den Kindern verstärken helfen. Sie sagte, es gebe zu wenig Kindergartenplätze, diese Situation werde sich ab dem nächsten Jahr noch verschärfen. Auf der Stadt Wien Website komme man beim Anklicken des Begriffes Bildung nicht sofort auf Bildungseinrichtungen der Stadt, monierte sie abschließend.

GR Jürgen Wutzlhofer (SPÖ) meinte, die Bildung sei sehr wichtig für die Gesellschaft, er freue sich über die umfassende Diskussion zu diesem Thema. Der Kindergarten sei eben eine wichtige Bildungseinrichtung, der eine Basiskompetenz vermittle und für die Kinder die Tür der Welt öffne. Wutzlhofer wies die Kritik seiner Vorredner zurück und erklärte, er lasse sich das Wiener Kindergartensystem nicht schlecht machen. Zum Beispiel gebe es sehr wohl eine Diskussion um die Qualität der Kindergärten und es gebe sehr wohl genügend Betreuer für größere Gruppen in den Kindergärten. Wien habe als einziges Bundesland einen Bildungsplan und das beste System Österreichs.

GR Mag. Johann Gudenus, M.A.I.S. (FPÖ) fragte sich, wo den der kostenlose Kindergarten bliebe? Anträge würden die sich mit der Forderung eines Gratiskindergartens befassten, wurden allesamt seitens der SPÖ abgelehnt, sagte er. Es müsse Chancengleichheit auch für Familien mit mehr Kindern geben und diesbezüglich eine Strategie entwickelt werden, formulierte er. Ferner trat er für eine Flächen deckende Kinderbetreuungsplatzsituation ein. Schließlich vermisste er bezüglich fehlender Kindergartenplätze eine Bedarfserhebung in den Bezirken.

GR Susanne Jerusalem (Grüne) meinte, auch wenn ihr SPÖ Vorredner sagte, es reiche ihm, dass das Wiener Kindergartensystem schlecht geredet werde, sie und alle Grünen würden auch weiterhin für eine Qualitätssicherung eintreten. Neuerlich appellierte sie für mehr Chancengleichheit für die Kinder und sagte, die Kindergartenplätze müssten gratis sein. Sie meinte abschließend, Kinder verschiedener Herkunft sollten ein gute gemeinsame Zukunft haben. Hinsichtlich des Erlernens der deutschen Sprache könnten drei- und vierjährige Kinder in Kindergärten voneinander lernen, schloss sie.

GR Mag. Ines Anger-Koch (ÖVP) betonte, es sei im Kindergartenbereich nicht alles perfekt, der Bildungsplan sei nur ein Ansatz für eine Verbesserung des Systems. Man müsse sich darüber zum Beispiel darüber klar sein, dass Wien die größte Scheidungsrate in ganz Österreich habe. Sie kritisierte, dass der Kindergartenbesuch nicht kostenlos sei und das die Öffnungszeiten nicht optimal gestaffelt seien. Schließlich hielt sie die Kosten für den Besuch des Kindergartens für überhöht, man müsse ein neues Tarifsystem andenken, ergänzte sie.

GR Sonja Kato (SPÖ) verglich das Wiener Kindergartensystem mit dem Oberösterreichischen. Dabei schneide Wien ihrer Ansicht nach viel besser ab, so gebe es in der Bundeshauptstadt sieben Mal soviele Krippenplätze wie in Oberösterreich, auch sperrten die Krippenplätze bereits um 6:00 Uhr Früh auf. Als weiteres Beispiel führte sie an, zwei Drittel aller Oberösterreichischen Kinderbetreuungsplätze schlössen bereits um 17:00 Uhr. Eine Umfrage aus dem Jahr 2002 habe ergeben, dass die Wiener Eltern, welche ihre Kinder in den Kindergarten schickten, mit diesem sehr zufrieden seien. Auch international sei das Wiener Kindergartensystem ein Vorbild. (Schluss) las/pla

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