Des Darabos' neue Kleider: EADS zockt Minister gekonnt ab

Verteidigungsminister verliert beim Pokern de facto 540 Mio. Euro

Wien (OTS) - Vom versprochenen Ausstieg aus dem
Eurofighter-Vertrag ist nun übergeblieben, wovor der Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) stets gewarnt hat: sündteure Kosmetik, die unüberlegte Wahlversprechen vergessen machen sollen. Statt "Einsparungen" von 370 Mio. Euro verhandelt der Verteidigungsminister de facto Mehrausgaben von mindestens 540 Millionen. Darabos hat sich, ob aus persönlicher oder parteipolitischer Eitelkeit ist unerheblich, über den Tisch ziehen lassen: ein Bilderbuch-Pyrrhussieg. Nur EADS gewinnt mit diesem irrationalen Deal.

Ein Pyrrhussieg, der als "370 Mio. Einsparungen" präsentiert wird. Die Republik bezieht dafür nur mehr 15 Flugzeuge, alle aus der älteren Tranche, sechs davon gebraucht. Nachrüstungen auf die Anforderungen der nächsten Jahrzehnte wurden aus dem Vertrag gestrichen. EADS frohlockt - kolportierter Weise erspart das dem Konzern 200 Mio. Euro, Kosten für Kinderkrankheiten nicht eingerechnet. Weiters gehen jetzt 740 Mio. an Gegengeschäften verloren; von diesen wären etwa 40% dem Standort an Wertschöpfung zurückgegeben worden: 300 Mio. Euro. Auch 15 Flugzeuge müssen den Überwachungsauftrag erfüllen: Da nun weniger und älteres Material angeschafft wird, werden die Flugzeuge wohl früher ausgemustert werden: der ÖGV errechnet dadurch Mehrkosten von mindestens 350 Mio. Euro. Ungeklärt ist, ob das Bundesheer nun auch die Ausbildung von 6 Piloten in den Wind schreiben muss, da sie ja nun nicht gebraucht werden: weitere 60 Mio. verschleudert. Den schlagzeilenträchtigen Einsparung von 370 Mio. stehen nach einer ersten schnellen Rechnung 910 Mio. versteckte Mehrkosten gegenüber. Jeder mündige Bürger kann zu diesem Deal nur dem Flugzeughersteller gratulieren!

Bundesminister Darabos versuchte mit aller Kraft das letzte verbliebene Wahlkampfverprechen der SPÖ umzusetzen und wähnt sich heute am Ziel. Nach Monaten des peinlichen Herumgestocheres in einer wahrlich dünnen Suppe, konnten zwar skurrile, aber nicht illegale Geldflüsse in die Taschen aller Lager zu Tage fördert. Gutachten wurden beauftragt, aber , da sie Unerwünschtes enthielten, erst spät veröffentlicht, abgesagte Termine zu Verhandlungsabbrüchen hoch stilisiert. Es werden Pokerfaces zu nicht spielbaren Blättern aufgesetzt. Zuletzt wird die Abnahme verzögert, richtigerweise geschwärzte Akten hochgespielt und fehlende Lizenzen, die mit der Eurofighter GmbH nichts zu tun haben, als Stornogrund genannt. Minister Darabos hat sich mit EADS an den Verhandlungstisch gesetzt und wurde, mit Verlaub, nackt ausgezogen. Das letzte Hemd hat er, einer Schlagzeile Willen, dem Flugzeughersteller nachgeschmissen.

Der Österreichische Gewerbeverein fordert die Bundesregierung auf, diese Farce "Neutralitätsflieger statt NATO-Kampfbomber" zu beenden oder zurückzutreten! Dem konzertierten Lächerlichmachen des ohnehin schon stark ausgehungerten Bundesheeres und der Schädigung des Rufes der Republik als Vertragsbrüchler werden jetzt noch 540 Millionen Euro nachgeworfen. Von den Verpflichtungen, die der Republik durch die Neutralität unseres Landes erwachsen, die vergleichbare Länder, wie die Schweiz mit einem Vielfachen an Flugzeugen schützen, bleibt nichts übrig. Eine Farce also, bloß um ein unüberlegtes Wahlversprechen nur noch zu 83% brechen zu müssen.

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