Amerikanische Globalisierungskritikerin Susan George eröffnete II. Dialogforum im Schloss Reichenau

Nachhaltigkeit: Wer arm ist, lebt nicht nachhaltig - es bleibt ihm nichts übrig

Wien (AKNÖ) - Die Mitbegründerin von ATTAC und amerikanische Philosophin und Autorin von "Change it! - Aufruf zum politischen Ungehorsam" eröffnete heute, auf Einladung der Niederösterreichischen Arbeiterkammer das II. Dialogforum im Schloss Reichenau, das dieses Jahr dem Thema "Nachhaltigkeit" gewidmet ist. Susan George definierte nachhaltig in ihrem Eröffnungsvortrag so: "Wir müssen es schaffen, die Bedürfnisse der jetzigen Generation zu erfüllen, ohne die Bedürfnisse der nächsten Generation zu gefährden."

AKNÖ-Präsident Josef Staudinger strich in seiner Begrüßung die Einzigartigkeit dieser Veranstaltung hervor: "Nirgendwo sonst als beim Dialogforum der AKNÖ und des ÖGB treffen so hochrangige WissenschafterInnen in Niederösterreich zusammen, um gemeinsam mit ArbeitnehmervertreterInnen die großen Fragen der Zeit zu diskutieren."
Wenn sich das Kapital der Umwelt ohne Rücksicht auf Verluste bedient, "dann läuft etwas schief", so der AKNÖ-Präsident. Es erscheint nicht mehr sinnvoll, jedem Wachstum unkritisch hinterherzulaufen, noch dazu wenn die Globalisierung zu immer mehr prekären und Zeitarbeitsverhältnissen führt und so das Arbeitsrecht ausgehöhlt wird.

Grande Dame der Globalisierungskritiker Susan George: Die Art des Wachstums ändern

"Die top 100 der globalisierten Unternehmen haben ihren Umsatz um 28 Prozent erhöht, die Beschäftigtenzahl jedoch nur um 3 Prozent", rechnete Susan George den 120 Teilnehmern an dieser wissenschaftlichen Enquete vor. Das zeige, wie das Wachstum zwar Börsenkurse und Umsatzziele beflügle, an den Menschen, die davon leben sollen, jedoch großteils vorbeigehe.
Zur Verteilung von Ressourcen sagte die prominente Rednerin: "Armut zwingt zu Verschwendung. Arme Menschen können nicht auf Nachhaltigkeit achten. Menschen in Armut können deshalb nicht nachhaltig leben, weil ihnen sonst nichts zum Leben übrig bleibt." Menschen in Armut zerstören Ressourcen und leiden gleichzeitig am meisten darunter: "Sie leben in überschwemmungsgefährdeten Küstenstrichen, sie atmen die schlechteste Luft in der Nähe von Fabriken, sie haben das schlechteste Wasser und sie opfern ihre Gesundheit."
Die Veranstaltung wird mit weiteren Beiträgen zum Thema Nachhaltigkeit den ganzen Tag fortgesetzt. Um 14 Uhr wird Minister Buchinger zum Thema "Nachhaltigkeit und Konsumentenpolitik" erwartet.

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