Bayr: Trend zu wachsenden Städten proaktiv gestalten

Ökologische und entwicklungspolitische Faktoren bei Städteplanung berücksichtigen

Wien (SK) - Der Trend hin zu rasch und stark wachsenden Städten könne nicht gebremst werden, daher gelte es, "diesen Trend rasch und proaktiv zu gestalten und als Chance zu nutzen", so Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des "Weltbevölkerungsberichts 2007: Urbanisierung als Chance. Das Potential wachsender Städte nutzen". Angesichts des Umstands, dass 2030 sechzig Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden, müssten ökologische und entwicklungspolitische Faktoren bei der Städteplanung berücksichtigt werden. So müsste der "Landbedarf ärmerer Menschen, die in die Städte ziehen, befriedigt werden" - etwa durch Bereitstellung von aufgeschlossenem Land (Kanalisation, Strom, Wasser, Bildungs- und Gesundheitsreinrichtungen), so Bayr. ****

Der diesjährige Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) belege, dass man sich "mitten in einer dramatischen geopolitischen und demographischen Wende" befinde - daher gelte es, den Trend zum urbanen Wachstum jetzt aktiv zu gestalten, so Bayr bei der Pressekonferenz, an der weiters teilnahmen: Siri Tellier (UNFPA -Genf), Silvia Fuhrmann (ÖVP-Abgeordnete) und Karl Öllinger (Grün-Abgeordneter). Besonders zentral sei es, bereits existierende Daten über urbane Bevölkerungsbewegungen städteplanerisch zu verwenden und umzusetzen. Zudem müsste man sich intensiv mit der Frage auseinandersetzen, wie ländliche/städtische Entwicklung gestaltet werden muss, um die Herausforderung Bevölkerungszunahme als Chance zu begreifen und zu gestalten, unterstrich Bayr bei der von der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung veranstalteten Pressekonferenz.

Schon jetzt lebte ein Sechstel der Weltbevölkerung in Slums, die "Ausdruck von urbaner Armut" seien. Doch gerade in Slums fehlte es an dauerhaften Unterkünften sowie an nötiger Infrastruktur - mit dem Ergebnis großer Nachteile etwa im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Zudem sei das Umwelt- und Kriminalitätsrisiko in städtischen Slums besonders stark ausgeprägt, ergänzte Bayr mit Blick darauf, dass hier vor allem "Wege zum Gesundheits-, Bildungs- und Infrastrukturbereich zu schaffen" seien. Weiters sei es "sinnvoll, bei der Städteplanung darauf zu achten, dass traditionelle, vor Ort existierende Baumaterialien herangezogen werden". Zudem gelte es, in Städten viele Grünanlagen zu errichten, so Bayr mit Verweis auf Naherholung sowie kühlende und luftreinigende Wirkung. Unerlässlich sei es aber auch, die unbedingt notwendigen Maßnahmen in der Klimapolitik zu setzen, ergänzte die SPÖ-Umweltsprecherin.

Das Wien von vor 150 Jahren sei ein hervorragendes Beispiel für politischen und städteplanerischen Weitblick: So habe man damals einen großen Grüngürtel angelegt und zudem ausreichend Wasserleitungen gebaut. Auch die brasilianische Großstadt Curitiba habe schon vor 15 Jahren eine "radikale städtebauliche Umkehr" vollzogen und beispielsweise ein "unheimlich dichtes Netz an sozialen Strukturen" errichtet, einzelne Ethien in Gestaltung und Planung einbezogen sowie ein partizipatives Budget gestaltet, so Bayr abschließend. (Schluss) mb

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