AKNÖ-Tipp: Wenn der Urlauber zum Patienten wird - Was die E-Card im Ausland kann

Fragen Sie in Ihrem Hotel nach den nächsten Kassen-ÄrztInnen und weisen Sie die E-Card vor

Wien (AKNÖ) - Ein Hitzekoller in Griechenland, ein
Quallenausschlag an der Adria, Brechdurchfall in Spanien, das kann im Urlaub immer passieren. Doch dann muss schnell ein Arzt her und viele UrlauberInnen machen eine neue Bekanntschaft - mit der Scheckbuchmedizin. "Es kann schon vorkommen, dass bereits der Rettungsfahrer ein Trinkgeld verlangt, bevor er los fährt. Gegen finanzielle Forderungen beim Arzt sollte in allen EU-Ländern die E-Card schützen", gibt AKNÖ-Experte Josef Fraunbaum einen wichtigen Hinweis mit ins Urlaubsgepäck.

Die E-Card der Krankenkasse ist gleichzeitig die Europäische Krankenversicherungskarte und gilt bei allen Vertragsärzten und Vertragskrankenhäusern in den EU- und EWR-Ländern (z. B. Norwegen) sowie in der Schweiz. Die österreichische E-Card gilt nicht bei Privatordinationen und in privaten Krankenanstalten. Der Betreuer der AKNÖ-Patientenhotline, Josef Fraunbaum, weiß von vielen Anrufern, die ihre Erlebnisse mit der Scheckbuchmedizin geschildert hatten:
"Oft genügt schon ein forsches Auftreten gegenüber dem Arzt und das Zücken der E-Card und die Behandlung erfolgt genau so wie für die Bürger des Urlaubslandes."

Urlaubskrankenscheine für Türkei, Kroatien, Bosnien, Serbien und Montenegro

Für die Türkei und die Nachfolgestaaten von Jugoslawien ist ein eigener Auslandsbetreuungsschein notwendig, der beim Dienstgeber erhältlich ist.

Was man selbst bezahlen muss und was man in Österreich zurück bekommt

Privatärzte und Spitäler müssen vorerst selbst bezahlt werden. Gegen Vorlage der Rechnung bekommt man von der Gebietskrankenkasse den Betrag zurück, den man auch in Österreich bei Behandlung von einem Wahlarzt zurückbekommen würde.
Bei Reisen außerhalb der EU/EWR-Länder empfiehlt sich der Abschluss einer Reiseversicherung, bei der vor allem auf den Deckungsschutz in der Reisekrankenversicherung zu achten ist. Inhaber von Kreditkarten haben unter bestimmten Voraussetzungen diesen Schutz bereits inkludiert.

AKNÖ-Forderung: Hoteliers sollen Liste von Kassenärzten in Rezeptionen auflegen

Der Urlauber weiß natürlich nicht, welche Ärzte in den Urlaubsländern Vertragsärzte der dortigen Sozialversicherung sind und welche nicht. "Deshalb", so Konsumentenschützerin Eva Schreiber, "sollte in jedem Urlauberhotel eine Liste der Kassenärzte und der öffentlichen Spitäler aufliegen". Die österreichischen Reiseveranstalter könnten das durchaus von ihren Partnerhotels verlangen und darauf in den Reiseunterlagen hinweisen. "Vom Cocktailempfang bis zu Tagesausflügen und Tennisstunden, die Hotels bieten eine Vielzahl von Informationen für ihre Gäste an, da sollte ein Aushang mit den Adressen der Kassenärzte nicht zuviel verlangt sein", so Eva Schreiber von der Niederösterreichischen Arbeiterkammer.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Arbeits- und Sozialrecht
Mag. Josef Fraunbaum
Tel.: 0664-5201311
http://noe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001