Tierversuche: MEP Karin Resetarits und VIER PFOTEN Aktivisten in Brüssel

Brüssel / Wien, 27. Juni 2007 (OTS) - Am heutigen Mittwoch werden Parlamentsmitglieder (MEPs) aus elf europäischen Ländern auf den Stufen des Europaparlaments symbolisch Primaten aus Käfigen befreien. Die österreichische Abgeordnete Karin Resetarits folgt dabei einem Aufruf der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen, und wird einen als Primaten verkleideten Aktivisten von VIER PFOTEN in die Freiheit entlassen.

Die Aktion findet in Zusammenhang mit der Überarbeitung der Richtlinie 86/609 EWR zum Schutz der in Versuchen verwendeten Tiere statt, die derzeit in Brüssel durchgeführt wird. Eine dringend notwendige Angelegenheit, wie man an den aktuellen Zahlen in Österreich sieht: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Zahlen um rund 13 Prozent auf 190 000 Tiere. "Dabei sagen diese Zahlen noch nichts über die tatsächlich getöteten Tiere aus: Etwa solche, die für Organentnahmen sterben oder Embryonen, die aus den Muttertieren entnommen werden und Tiere, die etwa bei der Zucht von transgenen Lebewesen anfallen. Sie werden nicht erfasst, und damit besteht für sie auch kein Schutz", sagt Mag. Maria Purzner, Labortierexpertin von VIER PFOTEN .

Auch wurden in Österreich wieder 58 Primaten verwendet. "Eine Schande! Obwohl alle Tiere leidensfähig sind, so sind Primaten durch ihre Ähnlichkeit zum Menschen die erste Tierart, für die ein umfassendes Verbot gelten sollte!", so Purzner. "Obwohl uns Primaten genetisch so ähnlich sind wie keine andere Tierart, so zeigt sich in den Ergebnissen von Versuchen doch, dass sie sehr häufig vollkommen anders als der Mensch reagieren. Die Haltung von Primaten in Labors ist allein durch ihre Größe, ihre Verhaltensweisen und den Bewegungsdrang immer mit einer immensen Qual verbunden - dahinter stehen noch die dubiosen Fangmethoden von Primaten in der Wildnis, die katastrophalen Verhältnisse in Zuchtstationen, der Transport und vieles mehr. Dazu kommen die Schmerzen, denen sie bei Versuchen ausgesetzt sind: Primaten werden gerne in der Gehirnforschung eingesetzt! "VIER PFOTEN fordert ein Verbot von Versuchen an allen Primaten - dies wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Bei einer europaweiten Internetumfrage unter Experten und der interessierten Öffentlichkeit zur Richtlinie 86/609 gaben 80 Prozent der Befragten an, dass sie Versuche an Primaten als nicht notwendig erachteten.

"Daher werden heute vor dem Europaparlament stellvertretend für alle Tiere Primaten aus Käfigen entlassen", sagt Purzner. "Wir hoffen auf ein Umdenken und wirksame Maßnahmen gegen Tierversuche, sodass nicht in einem Bereich Alternativen angewandt werden, während in anderen die Zahlen steigen."

Die Fotoaktion in Brüssel findet am 27.Juni 2007 um 14.30 Uhr Ortszeit auf den Stufen des Europaparlaments statt.

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