Presseerklärung des Republikanischen Clubs - Neues Österreich

Wien (OTS) - Kurt Waldheim ist gestorben. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie. Zu Recht hielten ihm viele vor, seine Biographie geschönt zu haben. Zu Recht wurde ihm vorgeworfen, die antisemitischen Töne in seinem Wahlkampf geduldet zu haben. Zu Recht wurde sein Satz abgelehnt, er habe in der deutschen Wehrmacht nichts als seine Pflicht erfüllt. Waldheim selbst hat bekannt, "auch Fehler gemacht" zu haben.

Im Sinne seines Vermächtnisses ist es falsch, wenn manche seiner Verteidiger nun diese Fehler ausblenden wollen und jede Kritik diffamieren.

Wenn Kardinal Schönborn Vergebung fordert, sollte er nicht Vergessen verlangen, denn wer Vergebung will, muss sagen, was vergeben werden sollte, und was zur Debatte steht.

Dem Republikanischen Club Neues Österreich ging es nie um Rache oder Verdammnis.

Versöhnung mit dem Privatmann Waldheim ist nicht notwendig, weil unsere Kritik dem Spitzenpolitiker Waldheim galt. Simon Wiesenthal forderte damals zu Recht seinen Rücktritt.

Es ging und geht um politische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Österreichs und darum, jene Fragen, die immer noch dieses, unser Land bewegen, ernst zu nehmen.

Republikanischer Club - Neues Österreich

(Gründungsmitglieder und Vorstand)

Gerhard Botz, Jacqueline Csuss, Alexander Emanuely, Evelyn Klein, Kuno Knöbl, Peter Kreisky, Andrea Kuntzl, Silvio Lehmann, Doron Rabinovici, Georg Schönfeld, Edith Saurer, Billy Summer, Ruth Wodak

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