"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Fehlstunde"

Zu Schmieds "Schulgipfel" kommen nur jene Länder, die einer Meinung sind.

Wien (OTS) - Spät, aber doch hat sich Ministerin Schmied mit
jenen zusammengesetzt, die von der geplanten "Neuen Mittelschule" unmittelbar betroffen sein werden - Schüler, Eltern, Pädagogen. Sie wird nachsitzen müssen. Vor allem die AHS-Lehrergewerkschaft leistet erbitterten Widerstand. Deren Vorfrau Scholik sammelt Unterschriften wider die "Einheitsschule", droht mit Protestmaßnahmen, sollte gleich ein ganzes Bundesland "Modellregion" werden (siehe Seite 13).
Beim heutigen "Schulgipfel" mit den Ländern wird sich Schmied mit ihrem Fahrplan leichter tun; er wird eine rot-orange Zusammenkunft. Die SPÖ-Landeshauptleute und Jörg Haider sind ja für die Gesamtschule.
Haider gefällt sich besonders in der Rolle des Reformers. Er hat nicht nur als erster Landeschef Versuchsschulen mit Schmied paktiert, er will auch Pionier beim Plicht-Vorschuljahr sein. Die vier schwarzen Landeshauptmänner schwänzen die Schulstunde im Ministerium. Das muss nichts heißen, wie wir seit der Vorwoche wissen. Dem ÖVP-Vorstand zur Bildungspolitik sind acht der neun Landesobmänner ferngeblieben. Es heißt doch etwas: Molterer hat trotz dieses "Schülerschwunds" eine Mehrheit gegen die Gesamtschule bekommen. Eine solche dafür kriegt Schmied vom Koalitionspartner nicht.

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