FEEI: Elektro- und Elektronikindustrie (EEI) hat erfolgreiches Jahr 2006 hinter sich

Produktion und Exporte wachsen zweistellig / EEI fordert sachliche Umweltpolitik und mehr Engagement im Bereich Energieeffizienz

Wien (OTS) - Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie profitierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 von der allgemein positiven Konjunkturentwicklung. Die abgesetzte Produktion belief sich auf 11,4 Mrd. Euro, das ist ein nominelles Plus von 12,7%. Starker Impulsgeber für das Wachstum waren erneut die Exporte, die gemessen am Umsatz um 17,1% ausgeweitet werden konnten. Durch die steigende Nachfrage am Investitionsgütersektor ist der Inlandsmarkt um 7,7% gewachsen. Die hohe Kapazitätsauslastung spiegelt sich auch bei den Beschäftigten wider. Erstmals konnte die Branche wieder deutliche Zuwächse verbuchen, rund 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze wurden geschaffen. Gegen Ende des Jahres betrug der Beschäftigtenstand 59.794 Personen, das bedeutet ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 5,7%. "Wir sind über die positive Entwicklung sehr erfreut. Fast alle Sparten konnten Zuwächse verzeichnen. Die Branche hat erfolgreich gekämpft, um an das Produktionsniveau von 2000 anschließen zu können und wir sind zuversichtlich, dass es auch in Zukunft weiter bergauf gehen wird", zog FEEI-Obmann Albert Hochleitner anlässlich der Präsentation der Jahresergebnisse 2006 zufrieden Bilanz. Trotz der jetzt erfreulichen Entwicklung gab Hochleitner zu bedenken, dass man auch realistisch bleiben müsse. Auch in Zukunft hänge der Branchenerfolg wesentlich davon ab, mit welchen Rahmenbedingungen die EEI, deren Erfolg zu 70% vom Export ab abhängig ist, konfrontiert ist.

Flexibilisierung der Entgeltgestaltung - neues Modell stellt Weichen für die Zukunft

Neben der Forcierung klassischer Standortfaktoren eines Hochlohnlandes wie Qualifikation, Know-how, Innovation und Kompetenz bemüht sich der FEEI seit Jahren darum, die Unternehmen durch die Gestaltung moderner arbeitsrechtlicher Rahmenbedingungen bei ihrem unternehmerischen Erfolg zu unterstützen. Diesbezüglich konnte im Rahmen der KV-Verhandlungen 2007 ein weiterer wichtiger Schritt gesetzt werden. Gemeinsam mit den Gewerkschaften einigte sich der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie auf die Einführung einer sogenannten Einmalzahlungsoption.

Mehr Flexibilität und Entgeltgestaltung auf betrieblicher Ebene

Die Unternehmen können seit diesem Jahr einen bestimmten Teil der Dauerwirksamkeit des KV-Abschlusses in eine nicht-dauerwirksame Einmalzahlung umwandeln. "Das neue Modell stellt für beide Seiten der Sozialpartnerschaft eine Win-win-Situation dar. Die Arbeitgeber profitieren von der Reduktion der Dauerwirksamkeit, was eine Senkung der Basis für die Lohnnebenkosten und die zukünftigen KV-Abschlüsse bedeutet. Die Arbeitnehmer wiederum kommen in den Genuss einer vorweggenommenen Erhöhung ihrer Entgelte, die sie sofort ausbezahlt bekommen", erklärte Hochleitner die Vorteile.

Darüber hinaus wurde mit der Einführung des neuen Modells auch die Flexibilität der Unternehmen erhöht. "Mittlerweile stehen unseren Mitgliedern drei verschiedene Entlohnungsoptionen zur Verfügung:
"klassische" KV-Erhöhung, Verteiloption und Einmalzahlungsoption. Je nach ihren Anforderungen und Bedürfnissen können sie die für sie adäquate Lösung frei wählen und umsetzen", erklärte Hochleitner abschließend und ergänzte, dass man mit der Einmalzahlungsoption einen wichtigen Beitrag zur Standortsicherung, Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und damit auch zur Wertschöpfung der Branche leiste.

Infrastrukturpolitik: FEEI forciert Aktivitäten im Bereich Umwelt und Energie

Neben dem Kernbereich Arbeitswelt widmet sich der FEEI seit Ende 2006 verstärkt den Bereichen Umwelt und Energie. Als produzierende Industrie ist die EEI mit Co2-Emissionen und dem Thema Versorgungssicherheit in zweifacher Weise betroffen. "Beides wird in Österreich höchst emotional diskutiert und die Industrie wird in der öffentlichen Diskussion gerne als Sündenbock der Umweltpolitik vorgeführt. Stattdessen sollten Politik und Industrie jedoch die richtigen Argumente gemeinsam analysieren und diskutieren. Nur so wird es letztlich gelingen, spürbare Effekte bei der Reduktion von Schadstoffemissionen oder einer effizienteren Energienutzung zu erzielen und die Abhängigkeit von teuren Energieimporten zu verringern", kritisierte der FEEI-Obmann.

Effizienztechnologien reduzieren die Abhängigkeit von teuren Energieimporten

Speziell bei letzterem Thema kann die EEI wesentliche Beiträge leisten. Die Unternehmen investieren seit vielen Jahren in die Forschung und Entwicklung von Technologien zur Erhöhung der Energieeffizienz. "Ohne deren verstärkte Forcierung wird es nicht gelingen, die im Regierungsprogramm verankerten Vorgaben zur Sicherstellung der Energieversorgung, zur Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energiequellen oder auch zur Verbesserung der Energieintensität zu realisieren. Wir benötigen Effizienztechnologien, um den Energieverbrauch trotz steigender Anwenderzahl nicht weiter wachsen zu lassen. Fakt ist jedoch, dass trotz der Verfügbarkeit ein großer Teil der Technik noch nicht oder zu wenig zum Einsatz kommt", bringt es FEEI-Geschäftsführer Lothar Roitner auf den Punkt. "Wir erwarten hier von der Politik, dass sie das Potenzial dieser Technologien anerkennt und mit dem gleichen Stellenwert versieht wie z.B. erneuerbare Energiequellen. Konkret bedeutet das, dass die Verankerung von Effizienztechnologien in den nationalen Förderprogrammen und die Förderung der Nachfrage nach energieeffizienten Produkten", so Roitner abschließend.

Wirtschaftliche Lage der Elektro- und Elektronikindustrie im Jahr 2006 im Detail

Die Detailergebnisse 2006 zeigen, dass nahezu alle Sparten der Elektro- und Elektronikindustrie ihre Produktion steigern konnten. Die kräftigsten Zuwächse verzeichneten die Hersteller von Motoren, Generatoren, Transformatoren (+37,8%) und die Produzenten von Elektrizitätsverteilungs- und -Schalteinrichtungen (+14,1%). Beide Sparten stellen auch anteilsmäßig am Produktionswert die größten Sektoren innerhalb der EEI dar (Motoren 19,35%, Schalteinrichtungen 15,7%). Auch die Produzenten von Komponenten und Teilen für die Automobilindustrie konnten ihre Produktion neuerlich ausweiten (+ 9,7%). Einbußen gab es nur im Bereich Kommunikationstechnik (-2,2%), Grund dafür sind die fehlenden Investitionsschübe der Mobiltelefonunternehmen.

Exporte wurden deutlich ausgeweitet

Wichtiger Impulsgeber für das positive Branchenergebnis waren auch 2006 die Exporte. Der Anteil der EEI an den Gesamtausfuhren Österreichs betrug 10,6%. Das Exportvolumen (Exportanteil der Produktion, gemessen am Umsatz) belief sich auf rund 8,4 Mrd. Euro (+17,1%), das bedeutet, dass rund 74% der Güter ins Ausland gingen. Bedeutendster Exportmarkt ist nach wie vor mit 69,8% Anteil (+1,9% gegenüber 2005) der EU-25-Raum. Leicht rückläufig (-2,9%) waren hier allerdings die Ausfuhren nach Deutschland (29,3% Exportanteil an den Gesamtausfuhren). Überaus positiv entwickelten sich auch die Ausfuhren in neue EU-Mitgliedsstaaten. Hier konnte die Branche in einzelnen Ländern Zuwächse von über 30% erzielen. Das Exportvolumen im MOEL-Raum liegt mittlerweile bei 2,76 Mrd. Euro, das sind 24,3% der Gesamtausfuhren der EEI. Durch den weiteren Infrastrukturausbau und große Investitionsprojekte rechnet die Branche auch zukünftig mit großen Exportpotenzialen bzw. Geschäftschancen.

EEI verzeichnet erstmals wieder Plus bei Beschäftigten

Ab der Jahresmitte 2006 verzeichnete die EEI einen deutlichen Beschäftigtenanstieg. Rund 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze sind entstanden. Ende des Jahres betrug der Beschäftigtenstand 59.794 Personen und ist damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,7 % gestiegen. Der Strukturwandel setzt sich allerdings weiter fort, mittlerweile sind 54,4% aller Beschäftigten als Angestellte tätig, der Arbeiteranteil liegt bei 45,6%.

Ausblick 2007

Für das gesamte Jahr liegt das prognostizierte Wirtschaftswachstum mit 3,0% über den Vorhersagen für den EU-Raum. Aufgrund der vorherrschenden Hochkonjunktur, dem guten Investitionsklima und einer starken Nachfrage ist die Branche hinsichtlich einer weiteren positiven Wirtschaftsentwicklung zuversichtlich. Dies wird auch von der aktuellen Konjunkturumfrage unter den EEI-Unternehmen bestätigt, deren Ergebnisse ein Wachstum auf hohem Niveau und eine stabile Beschäftigtenlage prognostizieren.

Der FEEI vertritt in Österreich die Interessen von rund 300 Unternehmen mit knapp 60.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von mehr als 11 Milliarden Euro (Stand 2006). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern - dazu gehören u. a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum Mobilkommunikation (FMK), ICT Austria, das Umweltforum Haushalt (UFH), das Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie (VBI) - ist es das oberstes Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken. Weitere Informationen und Pressemeldungen sowie Bildmaterial finden Sie unter www.feei.at (Presse)

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Dipl.-Ing. Dr. h. c. Albert Hochleitner, Obmann des FEEI
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Dr. Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI
T: 01/58839-12, E-Mail: roitner@feei.at

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