ÖSTERREICH: ÖGB bleibt von Bawag-Verkauf zweistelliger Millionenbetrag

Endgültiger Erlös von Anwaltskosten und Körperschaftssteuer abhängig

Wien (OTS) - "Der ÖGB ist schuldenfrei" - so die offizielle Sprachregelung nach dem Verkauf der Bawag an den US-Fonds Cerberus. Nun gibt es allerdings die Hoffnung, dass nach Abdeckung aller Schulden ein "zweistelliger Millionenbetrag" übrig bleiben könnte, so ein Mitglied des ÖGB-Bundesvorstandes zu ÖSTERREICH.

Grund für den Optimismus ist ein Zwischenbericht über den Verkauf, den ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider bei der letzten Sitzung des Vorstandes am 12. Juni präsentierte und der ÖSTERREICH vorliegt. Überraschend: Der Erlös aus dem Bawag-Verkauf ist größer als bisher bekannt. Der Cerberus-Kaufpreis wurde im Dezember 2006 mit 2,610 Milliarden Euro festgelegt. Bis zur Überweisung Mitte Mai sind noch einmal 68 Mio. Euro an Zinseinnahmen dazugekommen, wobei 15 Mio. wiederum als Dividende an die Alinea-Stiftung bezahlt wurden.

Der gesamte Kauferlös für den ÖGB betrug somit 2,663 Mrd. Euro, berichtet ÖSTERREICH in seiner Sonntag-Ausgabe. Davon mussten 1,6 Mrd. Euro an Schulden bei der Anteilsverwaltung Bawag bezahlt werden. 120 Mio. Euro gingen für die Haftung für das Bawag-Casino in Jericho drauf. 148 Mio. Euro musste der ÖGB für Opfer der Refco-Pleite überweisen, 422 Mio. für Schulden bei der Bayerischen Landesbank, 212 Mio. für Schulden der ÖGB-Privatstiftung Solidarität und 20 Mio. Euro als Honorar für den Verkaufsberater Morgan Stanley.

Übrig bleiben dem ÖGB also noch 141 Mio. Euro als Erlös. Die Zahl ist freilich nicht endgültig: Anwaltskosten und Höhe der Körperschaftssteuer sind noch nicht bekannt. "Es gibt Verhandlungen mit dem Finanzministerium, um die KöSt möglichst gering zu halten", sagt ein Mitglied des Bundesvorstands.

Schneider gibt sich vorerst zugeknöpft: "Es gibt sehr viele Abrechnereien, die noch nicht fertig sind. Ein bisschen wird schon übrig bleiben. Das Wichtigste ist, dass wir stabilisiert und konsolidiert sind."

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