PRÖLL: Gratulation zu 10 Jahren Nationalpark Kalkalpen

Nationalparks bringen Wertschöpfung und Wildnis in die Region

Wien (OTS) - "In den ersten zehn Jahren seines Bestehens hat der Nationalpark Kalkalpen eine sehr positive Entwicklung genommen. Dazu gratuliere ich allen Beteiligten herzlich. Der Nationalpark Kalkalpen, der sich selbst "Waldnationalpark" nennt, ist Vorreiter für das Gesamtkonzept "Waldwildnis". Die Einrichtung von Nationalparks ist ein wichtiger Schwerpunkt der österreichischen Umweltpolitik und ein besonderes Anliegen meines Ressorts. Die sechs bestehenden Nationalparks schützen einige der bedeutendsten Naturgebiete Mitteleuropas und sind Vorzeigeprojekte des Naturschutzes in Österreich", so Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Nationalparks Kalkalpen.

Der Nationalpark Kalkalpen ist mit dem Gesamtkonzept "Waldwildnis" Impulsgeber für die Zukunfts-Vision der österreichischen Nationalparks: "Größer - Wilder - Vernetzter". Damit soll eines der Hauptziele angesprochen werden, denen alle Nationalparks folgen:
Natur Natur sein lassen, also Natur frei ablaufen zu lassen. In den ersten 10 Jahren des Bestehens des Nationalparks Kalkalpen wurde kontinuierlich auf dieses Ziel hingearbeitet.

Österreich ist eines der wenigen Länder Europas, dessen Nationalparks alle ausnahmslos international anerkannt sind. Österreich verfügt über ein reiches Naturerbe und eine noch in weiten Teilen intakte Naturlandschaft. Wir sind verpflichtet, dieses Erbe zu bewahren und für künftige Generationen zu sichern, so Pröll.

Nationalparks bringen zusätzliche Wertschöpfung für die Region Die Erfolgsgeschichte der Nationalparks wurde nicht zuletzt auch durch viele private Initiativen und das persönliche Engagement der vor Ort lebenden Menschen, die Unterstützung durch die Medien und der Umweltorganisationen möglich. Die österreichischen Nationalparks haben sich zu multifunktionalen Zentren in den Regionen entwickelt. Sie sind Vorzeigeprojekte in Bezug auf Naturschutzaktivitäten, aber auch Umweltbildungszentren, Forschungsstätten und Anziehungspunkte für Besucher.

Nationalparks sind heute Mittelpunkt für die Regionalentwicklung. Sie sind aus den betreffenden Regionen nicht mehr wegzudenken. Die Tourismusentwicklung profitiert von den Aktivitäten der Nationalparks: Besucherprogramme ziehen Menschen an und haben wichtige Impulse für die Nationalpark-Regionen gebracht. Eine Studie zeigt, dass die durchschnittliche Aufenthaltdauer eines Sommergastes in Österreich bei 4,5 Tagen liegt. In den 83 Nationalparkgemeinden hingegen liegt sie bei 5,5 Tagen. Dieser zusätzliche Aufenthaltstag ist auf die interessanten Programme für die Besucher zurückzuführen und bringt zusätzliche Wertschöpfung für die Nationalparkregion. Ich unterstütze die zahlreichen Bemühungen des Nationalpark Kalkalpen in diese Richtung und appelliere gleichzeitig an die Tourismusverantwortlichen der Region diesen Mehrwert auch zu nutzen, so Pröll.

Nationalpark Kalkalpen - größter Waldnationalpark Österreichs Der Nationalpark Kalkalpen liegt im Südosten des Bundeslandes Oberösterreich und ist Teil der Nördlichen Kalkalpen. Er erstreckt sich hier über die beiden Gebirgszüge Sengsengebirge und Reichraminger Hintergebirge. Am 10. Jänner 1997 wurde zwischen dem Land Oberösterreich und dem Bund der Staatsvertrag zur Gründung des Nationalpark Kalkalpen (NPK) unterzeichnet. Bereits ein Jahr vorher, am 5. Dezember 1996, hat der Oberösterreichische Landtag einstimmig das Nationalpark-Gesetz verabschiedet. Im Juli 1997 konnte der Nationalpark Kalkalpen - nach Unterzeichnung der Verträge mit den privaten Grundeigentümern - offiziell eröffnet werden. Im November 1997 erhielt die mittlerweile gegründete Nationalpark Gesellschaft die internationale Anerkennung der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) für die Kategorie II, Nationalparks. Der Nationalpark Kalkalpen ist der größte Waldnationalpark Österreichs.

Die Waldumwandlung zugunsten des Mischwaldes konnte auf 15.000 Hektar abgeschlossen werden. Somit verfügt der Nationalpark Kalkalpen über 72 Prozent Wildnisbereich der in den nächsten Jahren noch auf 87 Prozent anwachsen wird. 150 der insgesamt 300 Kilometer Forststrassen werden somit nicht mehr benötigt und Außernutzung gestellt. Gleichzeitig wurden alte Steige zu neuen Wanderwegen revitalisiert. Größter Grundbesitzer sind die Österreichischen Bundesforste, diese sind auch für das Naturraum-Management zuständig.

Ein Hauch von Wildnis
Ein "Hauch von Wildnis" wird spürbar durch: die hohe vertikale Erstreckung des Nationalparks Kalkalpen von 358 bis 1.963 Meter Seehöhe und die damit verbundene sehr hohe Artenvielfalt mit 30 Waldgesellschaften, 50 Säugetierarten, 80 Brutvogelarten, 1000 verschiedene Blütenpflanzen, Moose und Farne und 1.500 Schmetterlingsarten. Weiters kennzeichnen den Nationalpark Kalkalpen tief eingeschnittenen Schluchten, über 200 Kilometer unverbaute Bachläufe, 800 Quellen und ein weit verzweigtes Höhlensystem. Der Luchs ist in den Nationalpark Kalkalpen zurückgekehrt, zudem gibt es im Nationalpark Kalkalpen die dichteste Haselhuhnpopulation Mitteleuropas sowie eine sehr hohe Orchideenvielfalt. In abgelegenen Gebieten des Nationalparks Kalkalpen hat sich eine beachtliche Anzahl an völlig unbeeinträchtigten Quellbiotopen erhalten.

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