Raiffeisen in Wien: Steuertipps für Studierende

Kostenlose Broschüre bietet kompakte Information

Wien (OTS) - Ab der kommenden Woche gibt es in allen Filialen von Raiffeisen in Wien und in den Raiffeisenbanken in Niederösterreich den kostenlosen Steuerleitfaden für Studierende.

Wie können Kosten für das Studium rückwirkend ab 2003 von der Steuer abgesetzt werden? Welche Aufwendungen können hier geltend gemacht werden? Ab welcher Einkommenshöhe beginnt die Steuerpflicht? Wann können Eltern Kosten für das Studium steuerlich geltend machen? Was ist beim Thema Versicherung, Mitversicherung oder Selbtsversicherung zu beachten? Worauf müssen Studenten, die neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgehen Rücksicht nehmen? -Diese und viele andere Fragen beantwortet der Steuerleitfaden für Jungunternehmer und Studenten der bereits zum dritten Mal von der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien gemeinsam mit der ÖH und der LBG -Wirtschaftstreuhand aufgelegt worden ist.

Raiffeisen in Wien- optimaler Service für Studierende

"Unser Ziel ist optimaler Service für junge Erwachsene, die mit viel Energie und persönlichem Einsatz versuchen ihre Lebensträume zu verwirklichen!", so Georg Kraft-Kinz, Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und verantwortlich für die Geschäftsgruppe Privat- und Gewerbekunden.

"Wir wissen, dass ein großer Teil der Studierenden in Österreich durch regelmäßige Arbeit neben dem Studium ihren Lebensunterhalt verdient. Dazu kommt, dass immer mehr angehende Akademikerinnen und Akademiker das Erlernte schon während der Studienzeit umsetzen möchten. Doch Praxiserfahrung und Unternehmertum sind mit steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Fragestellungen verknüpft", so Kraft-Kinz und er unterstreicht: "Wir möchten Studierende während ihrer Studienzeit unterstützen und stehen ihnen als kompetenter Partner in allen Finanzfragen mit Rat und Tat zur Verfügung."

Steuer-Kurztipps für Studierende - Auszug aus dem Steuerleitfaden für JungunternehmerInnen und Studierende von Raiffeisen, LBG Wirtschaftstreuhand und ÖH

Unistudium ab 2003 von der Steuer absetzbar!

Berufstätige Studierende können rückwirkend ab dem Steuer-Veranlagungsjahr 2003 sämtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit ihrem berufsbezogenen Studium wie etwa für Bücher, Skripten, Fahrtkosten oder Schreibmaterial zur Gänze von der Steuer absetzen. Da auch Aufwendungen für Umschulungsmaßnahmen als Werbungskosten berücksichtigt werden können, profitieren auch Studierende, deren Job mit dem Unistudium in keinerlei Zusammenhang steht.
Liegt für das Jahr 2003 bereits ein rechtskräftiger Steuerbescheid vor und sind die Aufwendungen für das Unistudium nicht berücksichtigt worden, so sollte eine Wiederaufnahme des Verfahrens gem. § 299 Bundesabgabenordnung innerhalb eines Jahres über Antrag des Steuerpflichtigen möglich sein.

> Was kann ich alles von der Steuer absetzen?

Als Dienstnehmer kann ich folgende Aufwendungen in meiner Steuererklärung steuermindernd
geltend machen sofern diese durch meinen Job oder mein Studium veranlasst sind:
- Kursgebühren, Studiengebühren
- Kosten für Kursunterlagen und Skripten
- Kosten für Fachliteratur
- Kosten für PC, Drucker, Scanner, Notebook und Zubehör
- Fahrtkosten zur Ausbildungs-, Fortbildungs- oder Umschulungsstätte in tatsächlich angefallenem Umfang (z.B. Kilometergelder)
- Tagesgelder, sofern ein entfernter Ausbildungsort aufzusuchen ist - Kosten auswärtiger Nächtigungen
- Internetkosten und Telefongebühren (auch Handy)
Mehr dazu und weitere Werbungskosten findest du im "Steuerleitfaden für Jungunternehmer und Studierende", Kapitel 3.2.3.

> Ab welcher Einkommenshöhe beginnt die Steuerpflicht?

Ein Grundeinkommen (=Existenzminimum) bleibt bei jedermann steuerfrei. Es beträgt mindestens:
ab 2005 Euro 10.900 jährlich für Lohnsteuerpflichtige; das entspricht einem Jahresbruttogehalt (14x) von rund Euro 15.770
ab 2005 Euro 10.000 jährlich für die Bezieher anderer Einkünfte Details dazu im "Steuerleitfaden für Jungunternehmer und Studierende", Kapitel 3.1.

> Jungunternehmer und Umsatzsteuer

Grundsätzlich unterliegen die Einnahmen (Umsätze), welche du im Rahmen deines Unternehmens tätigst der Umsatzsteuer. Das gilt nicht, wenn deine jährlichen Umsätze im Kalenderjahr nicht Euro 30.000 (exkl. Umsatzsteuer) überschreiten. Dann brauchst du keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen und stellst deine Rechnungen auch ohne Umsatzsteuer aus. Du bist für die Finanzbehörde ein/e KleinunternehmerIn.

KleinunternehmerInnen haben aber die Möglichkeit, über Antrag auf die unechte Umsatzsteuerbefreiung zu verzichten. Dies führt dazu, dass sie allen anderen steuerpflichtigen Unternehmen gleichgestellt werden. Ein Antrag wird dann sinnvoll sein, wenn Umsätze überwiegend an vorsteuerabzugsberechtigte UnternehmerInnen
geleistet werden oder hohe Vorsteuerbeträge aus Investitionen oder Betriebsaufwendungen angefallen sind und diese bei der Regelbesteuerung vom Finanzamt zurückgefordert werden können (Mehr Details dazu gibt’s im "Steuerleitfaden für Jungunternehmer und Studierende", Kapitel 4.3.2.)

> Mitversicherung

Nutze die Mitversicherung in der Krankenversicherung bei deinen Eltern, indem du den Nachweis erbringst, dass du dein Studium ernsthaft und zielstrebig betreibst. Dazu musst du eine bestimmte Anzahl an Prüfungen oder Scheinen
vorweisen können.
Wende dich diesbezüglich am besten an deine Fakultätsvertretung oder an das Sozialreferat. Sie können dir genau sagen, wie viele Prüfungen oder Scheine du im Semester machen musst, damit du aus der Mitversicherung in der Krankenversicherung bei deinen Eltern nicht heraus fällst.

Selbstversicherung und Opting In

Es gibt noch zwei attraktive Varianten, für einen Versicherungsschutz zu sorgen:
Die Selbstversicherung betrifft wiederum nur die Krankenversicherung und ist notwendig, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern mitversichert sein kannst (näheres im Kapitel 6 des "Steuerleitfadens für Jungunternehmer
und Studierende").
Du hast dabei Kosten in Höhe von Euro 22,29 pro Monat.

Das Opting in stellt eine Kranken- und Pensionsversicherungsmöglichkeit dar, wenn du geringfügig beschäftigt bist. Hier liegen die Kosten bei Euro 48,14 pro Monat.

> Versicherung aufgrund mehrerer geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse

Die Geringfügigkeitsgrenze liegt bei Euro 341,16. Übst du mehrere Dienstverhältnisse aus, die insgesamt diese Grenze überschreiten, dann bist du automatisch pflichtversichert. Die Beiträge werden im Nachhinein von der Gebietskrankenkasse vorgeschrieben. Du zahlst also Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge für das gesamte Jahr auf einmal nach. Das führt zu einer einmaligen hohen Belastung und dazu, dass du Krankenversicherungsbeiträge bezahlst, die du eigentlich nicht nutzen konntest, da du als geringfügig Beschäftigte(r) angemeldet warst. Daher empfiehlt es sich bei Vorliegen mehrerer geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse und Überschreiten der Grenze im Vorfeld bei einer Bezirksstelle der Gebietskrankenkasse vor zu sprechen und diesen Umstand bekannt zu geben. Du kannst dann laufend Beiträge entrichten und bist auch in dem Jahr der Entrichtung krankenversichert.

Familienbeihilfe und Zusatzverdienst?

Beachte, dass du nicht mehr als Euro 8.725 im Jahr verdienen darfst, damit deine Eltern nicht die Familienbeihilfe verlieren. Zusätzlich darfst du die vorgesehene Studienzeit um nicht mehr als 1 Semester pro Studienabschnitt überschreiten.

Der aktuelle, ausführliche Steuerleitfaden für Studierende (Stand:
Mai 2007) ist kostenlos in allen Raiffeisenbanken in Wien und NÖ erhältlich.

Rückfragen & Kontakt:

Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG
Peter Wesely, Pressesprecher
Tel.: 051700/93004
e-mail: peter.wesely@raiffeisenbank.at

Mag. (FH) Katharina Wallner
Tel.: 051700/93005
e-mail: katharina.wallner@raiffeisenbank.at

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