ÖSTERREICH: Vorerhebungen in der Causa MobilTel

Grün-Abgeordneter Kogler kündigt brisantes Material an; Ex-Vizekanzler Gorbach soll aussagen

Wien (OTS) - Wie ÖSTERREICH aus Kreisen des Banken-Ausschusses erfuhr, führt die Staatsanwaltschaft Vorerhebungen in der Causa MobilTel durch. Das bestätigte auch Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner. Zudem kündigt Ausschuss-Mitglied Werner Kogler von den Grünen im ÖSTERREICH-Gespräch für nächste Woche "brisantes Material der Justiz zur MobilTel" an. Deren Eigentümerin, die Telekom Austria, hat eine verlangte Stellungnahme übermittelt.

Der bulgarische Handy-Betreiber MobilTel wurde Anfang 2002 vom Wiener Investor Martin Schlaff mit den Partnern Bawag, Josef Taus und Herbert Cordt für kolportierte 860 Millionen Euro gekauft. 2004 gingen 40 Prozent auf Basis eines Werts von 1,2 Milliarden an ein Finanzkonsortium. 2005 kaufte die TA die komplette MobilTel für 1,6 Milliarden. Die Bawag hat den Deal aber nur größtenteils finanziert -und den Erlös daraus zur Deckung von Karibik-Verlusten verwendet.

Nun will der U-Ausschuss wissen, "ob die Aktionäre der Telekom durch den hohen Kaufpreis um mindestens 400 Millionen Euro geprellt wurden", wie es Kogler formuliert. "Es gab ein politisches Netzwerk hinter dem Deal." Weil der TA-Haupteigner die Staatsholding ÖIAG ist, wird auch eine Schädigung der Steuerzahler nicht ausgeschlossen. Staatsanwalt Georg Krakow sieht sich die Sache ebenfalls an.

Schlaff, Taus und Cordt sollen Ende Juni ein zweites Mal vor dem Ausschuss aussagen. Auch der frühere TA-General Heinz Sundt steht laut ÖSTERREICH auf der Ladungsliste - ebenso soll Ex-Vizekanzler Gorbach kommen, damals der für Telekommunikation zuständige Minister und enger Schlaff-Vertrauter.

Die Telekom argumentiert in ihrer Stellungnahme, dass Schlaff 2004 nicht die Mehrheit an der MobilTel verkaufen wollte. Daran sei ein Einstieg gescheitert. Ein Jahr später hätte die Firma um eine Million mehr Kunden gehabt - und somit einen viel höheren Wert. Auch in der ÖIAG wird betont, alles sei formal sauber gelaufen.

Ist das MobilTel-Material der Justiz tatsächlich brisant, wird der U-Ausschuss nach Ansicht mehrerer Mitglieder nicht am 29. Juni vorbei sein.

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