"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Würdelos"

Wer Pflege braucht, muss den Notgroschen opfern. Nur dann gibt es Förderung.

Wien (OTS) - Wer pflegebedürftig ist und zu Hause betreut wird, muss sich am Ende wohl mit einer durchschnittlichen Feier zum Abschied von dieser Welt begnügen. Denn: Vermögen, das über 5000 Euro liegt, ist "zu verwerten", heißt es in den Richtlinien des Sozialministeriums für die 24-Stunden-Pflege zu Hause. Erst dann gibt es die staatliche Förderung für eine Beschäftigung von Pflegekräften.
Das heißt wohl für viele: Her mit dem Notgroschen, der fürs Lebensende bereit liegt. Nicht viel mehr als der Betrag für ein Durchschnittsbegräbnis (in Wien sind das 4500 Euro) darf übrig bleiben.
Ex-ÖVP-Sozialsprecher Feurstein kritisiert die Einbeziehung des Vermögens als "unmenschliche, unzumutbare" Härte. Er setzt auf die Hilfe der Länder. Das könnte eine trügerische Hoffnung sein. Denn kaum war das neue Pflegemodell des SPÖ-Sozialministers präsentiert, erklärten Ländervertreter schon, dass sie nicht mehr beisteuern könnten. Als erste meldeten sich die SPÖ-geführten Länder Steiermark, Burgenland, Wien.
Diese Debatte ist genau so würdelos wie die Vermögensrichtlinie. Vielleicht sollten alle Verantwortlichen einmal darüber nachdenken, was das für sie heißt: in Würde alt werden.

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