Plassnik: "Österreichischer Einsatz in Entwicklungsländern gegen den Teufelskreis Umwelt - Wüste - Armut"

Außenministerin zum Welttag für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre

Wien, 15. Juni 2007 (OTS) - "Wüstenbildung bedroht die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen in Entwicklungsländern. Die Austrocknung der Böden und die Wüstenbildung führen zu Landkonflikten, Ernährungsunsicherheit, Verarmung sowie Abwanderung der ländlichen Bevölkerung", so Außenministerin Ursula Plassnik anlässlich des Welttags für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre am 17. Juni, der dieses Jahr unter dem Motto "Wüstenbildung und Klimawandel - eine gemeinsame globale Herausforderung" steht.

"Rund 1,2 Milliarden Menschen in mehr als 110 Ländern sind in ihrem Lebensraum von Dürre und Verwüstung betroffen. Die voraussichtlichen Auswirkungen des Klimawandels wird die Wüstenbildung in den meisten dieser Gebiete weiter verschärfen und die zerbrechliche Existenz der betroffenen Menschen zusätzlich gefährden", so Plassnik. Besonders dramatisch sei die Lage in Afrika, wo bereits zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzungsflächen von der Wüstenbildung betroffen sind. "75 Prozent der in Armut lebenden Menschen - 800 Millionen Frauen, Kinder und Männer - leben in ländlichen Gebieten und sind abhängig von der Landwirtschaft. Durch die Wüstenbildung werden natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser und Vegetation zerstört, die ländliche Bevölkerung muss um ihr Überleben kämpfen oder abwandern", so die Außenministerin.

"Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt seit Jahren Partnerländer bei Projekten gegen Versteppung, Austrocknung und Verwüstung. Dabei zählen Umweltschutz und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen zu den Hauptzielen. In seinen Partnerländern fördert Österreich bereits seit Jahren ländliche Entwicklungsprogramme, die natürliche Ressourcen schützen und die Existenz der Kleinbauernfamilien sichern. Aber auch Selbstorganisation und Weiterbildung sind besonders wichtig für die bäuerliche Bevölkerung in den Trockengebieten, um mit Ressourcen schonenden und nachhaltigen Anbaumethoden ihre Produktion zu sichern. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit widmet dabei den Frauen als Versorgerinnen besondere Aufmerksamkeit", so Plassnik. In Senegal beispielsweise fördert die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit eine ökologisch nachhaltigere Bewirtschaftung des Ackerlandes. Ein Mikroprojektfonds und eine Spar-und Kreditkasse helfen den KleinbauerInnen und ViehzüchterInnen bei Investitionen in Saatgut, Werkzeug oder Ausbildung. Auf Santiago, der Hauptinsel Kap Verdes, hat die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit den LandwirtInnen im Einzugsgebiet des Ribeireta-Flusses ein Programm zur Stabilisierung des Wasserhaushalts entwickelt, das viele ehemalige BewohnerInnen wieder in das Flusstal zurückkehren ließ.

Im Kampf gegen die Wüstenverbreitung setze Österreich auch auf internationale Zusammenarbeit. So zähle Österreich zu den 191 Mitgliedern, die das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung unterzeichnet haben. "Nur mit langfristigen, ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Strategien können wir mit den betroffenen Ländern den Kampf gegen die Verwüstung aufnehmen. Schließlich tragen alle Länder gemeinsam Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung unseres Planeten", betont die Außenministerin abschließend.

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