Grüne Wien: 3 Milliarden Euro in Bildung investieren

Ellensohn: "Mehr Chancengerechtigkeit für unsere Kinder"

Wien (OTS) - Im Rahmen des Schwerpunkts "Umverteilen. Jetzt!"
legen die Grünen Wien den Fokus auf den Bereich Bildung und präsentierten heute in Wien ein 6-Punkte-Programm für mehr Chancengerechtigkeit. "Das Bildungswesen in Österreich muss von Grund auf saniert werden. Dafür brauchen wir drei Milliarden Euro", fordert David Ellensohn, Stadtrat der Grünen Wien. "In einem Land mit geschätzten 1.000 Milliarden Euro Privatvermögen und einer florierenden Wirtschaft sind die Zustände in unserem Bildungssystem mehr als eine Schande." In die gleiche Kerbe schlägt Susanne Jerusalem, Schulsprecherin der Grünen Wien: "Die Schullaufbahn der Kinder hängt in Österreich wie in kaum einem anderen Land von der sozialen Situation der Eltern ab. Das ist das größte Armutszeugnis, das man einer Gesellschaft ausstellen kann. Daher fordern die Grünen mehr Chancengerechtigkeit für unsere SchülerInnen." Finanziert werden soll dies über eine Erhöhung der Vermögenssteuer auf OECD-Durchschnitt.

Das Sechs-Punkte-Programm für mehr Chancengerechtigkeit:

+ Die Rücknahme der Kürzungen im Schulbudget ab dem Jahr 2000: Diese Kürzungen im Ausmaß von ca. 14 Prozent bei den Wiener Pflichtschulen, treffen speziell Kinder aus armen Familien. Das Fehlen wichtiger Angebote im kognitiven Bereich und im nachmittäglichen Freizeitangebot können nur finanzkräftige Eltern privat ausgleichen.

+ Recht auf einen kostenlosen Bildungs-Kindergarten für alle Kinder:
Zwischen drei und sechs Jahren sind Kinder ganz besonders bildungsfähig, der Kindergarten als Bildungseinrichtung, wo spielerisch gelernt wird, sollte für alle Kinder offen stehen. Wir fordern: Quantitativen Ausbau, qualitative Reformen und kostenlosen Zugang.

+ Einführung der Gesamtschule: Die Selektion mit 10 Jahren benachteiligt die Benachteiligten. Nur 10 % der Kinder, die nach der Volksschule in die AHS übertreten, haben Eltern, die nur die Pflichtschule abgeschlossen haben. Von den Kindern, deren Eltern weniger als 1.500 Euro im Monat haben, besuchen nur 35 Prozent die Oberstufe.

+ Reformpaket zu Gunsten von Drop Outs: 2200 HauptschülerInnen verlassen jährlich allein in Wien die Hauptschule ohne Hauptschulabschluss.

+ Ausbau des schulischen Angebotes für die 14 - 18 Jährigen (Sekundarstufe II): Die schulischen Angebote für diese Altersgruppe entsprechen nicht dem Bedarf.

+ Recht auf Inanspruchnahme eines ganztägigen kostenlosen Schulangebotes: Das Angebot liegt weit unter dem Bedarf, die räumlichen Voraussetzungen sind nicht annähernd gegeben. Platz- und Bewegungsmangel sind die Folge. Ein selbstverständlich behindertengerechter Ausbau würde ebenfalls hohe Kosten verursachen, ist aber für ein modernes Schulsystem unumgänglich.

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