PRÖLL: Mit Bio-Tragetaschen das Klima schützen

Verzicht auf Plastiksackerl ist gut für die Umwelt

Wien (OTS) - "Die Klimaforscher der Vereinten Nationen haben in ihrem jüngsten Klimabericht deutlich gemacht, dass der Schutz des Klimas die größte Herausforderung ist, der wir uns gemeinsam stellen müssen. Sie haben auch unterstrichen, dass jeder Einzelne durch die Änderung des persönlichen Lebensstils einen Beitrag leisten kann und muss. Jetzt können die Kundinnen und Kunden von Interspar mit der bewussten Wahl der Tragetasche das Klima schützen. Die neuen "Bio-Sackerln" aus Kartoffelstärke sind atmungsaktiv, halten Obst, Gemüse oder Gebäck frisch und verhalten sich bei der Entsorgung klimaneutral." Das erklärte Umweltminister Josef Pröll heute, Freitag, in einer Pressekonferenz mit Marcus Wild, Geschäftsführer von Interspar, Roman Stiftner, Gemeinderat und Umweltsprecher der ÖVP Wien sowie Gerhard Margreiter, Geschäftsführer der Firma Protech, die Tragetaschen aus Kartoffelstärke produziert.

Pro Jahr werden in Österreich 6.000 bis 7.000 Tonnen Tragetaschen aus Polyethylen in Umlauf gebracht. Bei der thermischen Verwertung entstehen rund 13.800 bis 16.100 Tonnen CO2 (Quelle:
Umweltbundesamt). Biogene Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen verhalten sich dagegen CO2-neutral und belasten das Klima nicht.

Verpackungen aus Stärke oder anderen biogenen Stoffen wie Zucker oder Zellulose gehören zu einer neuartigen Werkstoffklasse, die bisher eher ein Schattendasein geführt hat. Einsatzmöglichkeiten sind Verpackungschips, Behälter und Schalen aus Stärke, Folien aus Kunststoff-Stärkeblends, Tragetaschen aus Stärke, strohgefüllte Polstertaschen, Folien, Becher, Schalen oder Flaschen. Seit Anfang 2007 werden solche biogenen Verpackungen vom ARA-System erfasst. Die Entsorgung erfolgt gleich wie bei den konventionellen Plastiksackerln, also regional unterschiedlich über die Gelbe Tonne oder den gelben Sack bzw. über den Restmüll. Am Ende steht dabei immer die thermische Verwertung. Eine Entsorgung über den Biomüll ist derzeit aus technischen Gründen noch nicht möglich.

"Mit der Bestellung von zwei Millionen Tragetaschen aus Kartoffelstärke setzt Interspar ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz. Mehr noch: Interspar gibt damit auch einem Umwelttechnologie-Unternehmen aus Österreich eine Chance zu beweisen, dass Klimaschutz ein Wachstumsmarkt ist, auf dem österreichische Firmen in vielen Bereichen zu den Besten der Welt gehören. Ich hoffe, dass die Konsumentinnen dieses Angebot für den Klimaschutz annehmen und wünsche mir, dass auch andere große Unternehmen der Branche schrittweise auf diese umweltfreundliche Alternative setzen. Denn Klimaschutz ist ein Gewinn für KonsumentInnen, Umwelt und Wirtschaft", so Umweltminister Josef Pröll.

STIFTNER: Positivem Beispiel sollen weitere Unternehmen folgen.

"Es ist angesichts der vielen Vorteile, die biogene Plastiksackerl mit sich bringen, erfreulich, dass die Firma INTERSPAR diese wichtige Umweltinitiative gleich in seinem eigenen Bereich konkret umsetzt. Wichtig ist, dass diesem positiven Beispiel weitere Unternehmen folgen und sich der Einsatz von biogenen Plastiksackerln als Standard durchsetzt", sagte Roman Stiftner, Gemeinderat und Umweltsprecher der ÖVP Wien.

Zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten wie Wien ist der schrittweise Ersatz von synthetisch erzeugten Plastiksackerl durch solche aus agrarischen Rohstoffen eine wichtige Maßnahme. Neben den Positiveffekten für die Landwirtschaft könnte dies die Grundlage für eine Verwertung der Plastiksackerl in speziellen Anlagen sein, die auch gleichzeitig zur Biogaserzeugung herangezogen werden.

Biologisch abbaubare Plastikverpackungen haben aber auch einen positiven abfallwirtschaftlichen Effekt: Noch immer werden in Wien zehn Prozent des Mülls deponiert. Mit dem deponierten Hausmüll gelangen auch eine Unmenge Plastiksackerl auf die Deponie am Rautenweg. Biogene, leichter verrottbare Plastiksackerl würden helfen, Deponieraum zu sparen und weniger Chemie in den Boden gelangen zu lassen, sagte Stiftner abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0002