Kann Gusenbauer, was er tut?

Triplepack für den Kanzler Peter Danich

Wien (OTS) - Fast schon rührend muten die Versuche von Alfred Gusenbauer an, sich durchzusetzen. Gegenüber dem eigenen Klub, gegenüber den mächtigen roten "Granden" in den Ländern, - vornehmlich in Wien, Salzburg, und der Steiermark - gegenüber den eigenen Gewerkschaftern, gegenüber dem Koalitionspartner. Üblicherweise blieb es bisher meist bei erfolglosen Versuchen . Das trägt dazu bei, dass sich die Zuverlässigkeit der gut gemeinten Vorhersagen des Kanzlers gemessen an seiner Wirkung nur mit ganz wenigen Phänomenen vergleichen lässt, wie zum Beispiel mit der Treffsicherheit der Stürmer unserer Fußballnationalmannschaft. Aber sogar dieser Vergleich hinkt, schießt sich diese doch wenigstens keine Eigentore.

Schön langsam läuten in der SPÖ schon die Alarmglocken, wenn selbst wohlmeinende Journalisten von "Ergebnisoffenheit" der Politik des Kanzlers sprechen, was wohl als schöneres Wort für Orientierungslosigkeit verstanden werden muss. Die Politik des Bundeskanzlers sehe zu oft "nach Unvermögen und nicht nach Neugestaltung" aus, meinte etwa Hans Rauscher im "Standard". Dem
ist zuzustimmen, und nicht erst, seitdem der Kanzler mit seiner vorschnellen Kür von Startenor und Wahlkampfhelfer Neil Shicoff zum Staatsoperndirektor wieder einmal eine veritable Bauchlandungen hingelegt hat. Inszeniert von der eigenen Kulturministerin.

Dann das zweite Eigentor, diesmal beim Thema Pflege. Hatte der Kanzler zuerst gepoltert und ein kategorisches "Njet" zum Vorschlag der ÖVP geäußert, die Amnestie für illegale Pflegekräfte bis Jahresende zu verlängern, stimmte er kurz darauf zu. Sehr zur Überraschung des eigenen Sozialministers und der eigenen SP-Landeshauptleute, die zuvor noch vollmundig von einer drohenden Schmerzgrenze für die Partei in der Koalition gesprochen hatten.

Spontaneität und Unbekümmertheit sind zu wenig, um politisch erfolgreich zu sein. Das musste Gusenbauer auch bei seiner jüngsten Polen-Visite zur Kenntnis nehmen. Statt eine Annäherung Polens an den EU-Verfassungsvertrag zu erreichen, brüskierte Gusenbauer die polnischen Gesprächspartner mit mangelnder Diplomatie. Und stieß auf deutliche Ablehnung. Und das ausgerechnet in seinem Lieblingsspielfeld, der vermeintlich prestigeträchtigen Außenpolitik. Drei Eigentore in einer knappen Woche stellen zwingend die Frage:
Kann Alfred Gusenbauer eigentlich, was er tut?

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