Sozialminister Buchinger: Öffentlichkeit für Gewalt gegen ältere Generation verstärkt sensibilisieren

Heute ist "Internationaler Tag gegen Gewalt an älteren Menschen"

Wien (OTS) - Anlässlich des heutigen "Internationalen Tages gegen Gewalt an älteren Menschen" (World Elder Abuse Awareness Day) präsentiert das Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz Maßnahmen zur Prävention von Gewalt gegen ältere Menschen und kündigt an, sich in Zukunft verstärkt dieses Themas zu widmen. "Gerade an diesem Tag ist es für mich besonders wichtig, auf das Phänomen der Gewalt gegen ältere Menschen hinzuweisen und zu betonen, dass uns dieses Thema ein ernstes Anliegen ist. Es werden weiterhin gezielt Maßnahmen zur Sensibilisierung und Information der Öffentlichkeit gesetzt werden, um Gewalt gegen ältere Menschen vorzubeugen und nach Möglichkeit verhindern zu können", betont Sozialminister Dr. Erwin Buchinger.

Gewalt gegen ältere und alte Menschen hat viele Gesichter: Sie reicht von finanzieller Ausbeutung über Einschränkung des freien Willens - z.B. Unterbinden der freien Wahl des Wohnortes, Manipulation bei der Abfassung des Testaments - und Vernachlässigung - z.B. Alleinlassen, Isolierung, aber auch Verweigerung hinreichender Pflege - bis hin zur psychischen Misshandlung und körperlichern Gewalt. Gewalt gegen ältere Menschen kommt sowohl im öffentlichen Raum als auch in Institutionen und innerhalb der Familie vor.

Zum Ausmaß von Gewalt gegen ältere Menschen fehlen repräsentative Zahlen, die Dunkelziffer ist hoch. "Dies hängt insbesondere auch damit zusammen, dass Gewalt gegen Ältere oft nicht als Gewalt und als Diskriminierung wahrgenommen, sondern etwa als ungeduldiges, unhöfliches Verhalten schöngefärbt wird", so Buchinger. Gleichzeitig seien gerade alte Menschen in ihren Außenkontakten häufig sehr eingeschränkt, sodass sie Übergriffe nicht öffentlich machen können. Darüber hinaus gibt es - anders als bei Kindern und Jugendlichen -keine Behörden oder Einrichtungen, die speziell zum Schutz älterer Menschen oder zur Wahrung ihrer Interessen tätig werden. Eine verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Thema müsse daher am Beginn der Maßnahmen stehen, betont der Sozialminister.

Maßnahmen gegen Gewalt auch im Bereich der Pflege

Die Ursache für Gewalt gegen ältere Menschen liegt häufig auch in der psychischen und physischen Überforderung in der Pflege. Eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Gewalt gegen ältere Menschen ist die Information, Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger. Das Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz hat daher das Projekt "Qualitätssicherung in der häuslichen Betreuung", in dessen Rahmen diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen pflegende Angehörige von schwer pflegbedürftigen Menschen informieren und beraten, in den Regelbetrieb übernommen. Bis Ende 2007 sollen 15.000 Hausbesuche durchgeführt werden. Als weitere Maßnahme zur Entlastung pflegender Angehöriger wurde gemeinsam mit dem "KOBV - Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland" ein Pilotprojekt gestartet. Im Rahmen dieses Projekts können pflegende Angehörige bis September 2007 einen Erholungsurlaub in Anspruch nehmen und erhalten zudem in einem Rahmenprogramm Unterstützung in der Pflege und der persönlichen Lebenssituation. (Schluss)

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