OeNB - Bedeutung des Provisionsgeschäftes stark gestiegen - Anteil an den Betriebserträgen erreicht 30%-Marke

Unkonsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute im 1. Quartal 2007

Wien (OTS) - Österreichs Banken konnten im 1. Quartal 2007
aufgrund steigender Betriebserträge und abgeschwächter Wachstumsraten bei den Betriebsaufwendungen mit 61,7% einen neuen Bestwert für die Cost-income-Ratio präsentieren. Die Betriebserträge erhöhten sich um 6,9% auf 4,32 Mrd EUR, die Betriebsaufwendungen stiegen um 4,6% auf 2,66 Mrd EUR. Während der Anteil des Zinsgeschäfts mit 42% an den gesamten Betriebserträgen weiterhin rückläufig ist, nimmt die Bedeutung des Provisionsgeschäfts zu. Mit einem Anstieg des Saldos aus dem Provisionsgeschäft um 15,2% auf 1,28 Mrd EUR beträgt dessen Anteil an den gesamten Betriebserträgen nun knapp 30%. Für das Jahr 2007 rechnen die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 4,2 Mrd EUR.

Im Umfeld steigender Marktzinssätze erhöhten sich die Zinsen und zinsähnlichen Erträge um 2,05 Mrd EUR (+31,6%) auf 8,55 Mrd EUR. Die Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen stiegen im gleichen Zeitraum um 2,01 Mrd EUR (+42,4%) auf 6,75 Mrd EUR. Dies führte zu einer Erhöhung des Nettozinsertrags im 1. Quartal 2007 um 2,6% auf 1,80 Mrd EUR. Trotz dieses Anstiegs verliert das Zinsgeschäft aber weiterhin an Bedeutung für die Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute. Der Anteil des Nettozinsertrags an den gesamten Betriebserträgen reduzierte sich im 1. Quartal 2007 um knapp 2%-Punkte auf 42%. Dieser Rückgang wurde vollständig durch das boomende Provisionsgeschäft ausgeglichen.

Lag der Anteil des Saldos aus dem Provisionsgeschäft im 1. Quartal des Vorjahres noch bei 27%, so wurde im 1. Quartal 2007 bereits ein Anteil von knapp 30% festgestellt. Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft belief sich im 1. Quartal 2007 auf 1,28 Mrd EUR (+15,2%). Nach dem starken Anstieg der Provisionsaufwendungen im 1. Quartal 2006 (+48,6% auf 0,47 Mrd EUR) konnten die Banken im 1. Quartal 2007 erstmals eine Reduktion um 9,8% auf 0,43 Mrd EUR vorweisen. Diese basierte hauptsächlich auf den Rückgängen bei den Provisionsaufwendungen aus dem Dienstleistungsgeschäft (-26,3% auf 0,06 Mrd EUR) und aus dem Wertpapiergeschäft (-7,4% auf 0,26 Mrd EUR). Die Provisionserträge erhöhten sich um 7,7% auf 1,70 Mrd EUR. Insgesamt stiegen die Betriebserträge um 6,9% bzw. 0,28 Mrd EUR und beliefen sich im 1. Quartal 2007 auf 4,32 Mrd EUR. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Zuwachs noch bei 9,3%.

Positiv gestaltete sich die Entwicklung der Betriebsaufwendungen im 1. Quartal 2007. Verglichen mit dem 1. Quartal 2006 konnten durchwegs niedrigere Wachstumsraten festgestellt werden. Insgesamt erhöhten sich die Betriebsaufwendungen um 4,6% bzw. 0,12 Mrd EUR auf 2,66 Mrd EUR, im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurde noch ein Anstieg um 8,1% festgestellt. Bei den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen wurde ein Zuwachs um 5,4% bzw. 0,12 Mrd EUR auf 2,26 Mrd EUR verzeichnet (1. Quartal 2006:+8,5% bzw. 0,17 Mrd EUR). Der Personalaufwand erhöhte sich um 6,9% auf 1,38 Mrd EUR (1. Quartal 2006: 8,3%), der Sachaufwand blieb mit einer Zuwachsrate von 3,2% auf 0,88 Mrd EUR weit unter jener des 1. Quartals des Vorjahres (+8,9%).

Folglich erreichten die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute mit 61,7% das beste Ergebnis, das je für eine Cost-Income-Ratio im 1. Quartal eines Jahres errechnet wurde.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2007 rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute mit einem Betriebsergebnis von 5,99 Mrd EUR, welches mit 16,8% über dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode 2006 liegt. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird mit 1,29 Mrd EUR um 12,1% bzw. 0,18 Mrd EUR deutlich unter dem Schätzwert des Vorjahres angesetzt. Bei den Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Beteiligungen wird mit einem Überhang aus der Auflösung in der Höhe von 0,05 Mrd EUR gerechnet. Unter Einbeziehung sämtlicher Bewertungsmaßnahmen und Risikokosten erwarteten die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute einen Jahresüberschuss von 4,20 Mrd EUR. Damit liegt dieser Schätzwert um 6,1% über dem tatsächlichen (ungeprüften) Jahresüberschuss für das Jahr 2006.

Weitere statistische Informationen unter dieaktuellezahl.oenb.at bzw. www.oenb.at im Bereich "Statistik und Melderservice"

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