Sima: Start für die "3. Mann Tour"

Auf den Spuren Harry Limes und der Wiener Kanalarbeiter in die Unterwelt - Gesamtpaket für alle Fans des Kultfilms

Wien (OTS) - "Mit dem im Vorjahr fertig gestellten Wienfluss-Sammelkanal hat Wien einen Meilenstein im modernen Gewässerschutz gesetzt. Nach Abschluss dieses ökologischen Großprojekts ist nun der wohl bekannteste Teil des Wiener Kanalnetzes ab morgen wieder für die Öffentlichkeit im Rahmen von Führungen zugänglich", erklärte die Wiener Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima heute, Freitag, bei der Vorstellung der neu konzipierten "3. Mann Tour". Das Highlight der Tour ist der Originalschauplatz des weltberühmten Films "Der dritte Mann" in sieben Meter Tiefe unter dem Karlsplatz (Esperantopark), der für die BesucherInnen baulich adaptiert, mit zeitgemäßen Sicherheitseinrichtungen und spezieller Videotechnik ausgestattet wurde. Sima: "Die eigens geschulten Abwasserberater der MA 30 - Wien Kanal garantieren einen unvergesslichen Einblick in die Welt des Filmklassikers, bieten aber auch Informationen über das Wiener Kanalsystem und vor allem über die schwere Arbeit der 370 Kanalarbeiter, die dafür sorgen, dass das Abwasser der WienerInnen störungsfrei in die Hauptkläranlage nach Wien-Simmering fließt." Neben dem Besuch des Kanals umfasst die "3. Mann Tour" einen Besuch des "Dritten Mann Museums" in Wien-Wieden, einen oberirdischen Spaziergang auf den Spuren des Filmklassikers mit "Vienna Walks + Talks" und natürlich das Filmerlebnis in der Originalfassung im Burgkino. Alle Teile können einzeln besucht werden, für BesucherInnen mehrerer Stationen gibt es ermäßigte Eintrittspreise. Umweltstadträtin Sima: "Damit bietet Wien allen Fans aus dem In- und Ausland ein umfassendes Gesamtpaket, das keine Fragen zum Mythos ,Dritter Mann´ offen lässt."

Arbeitsplatz am Filmschauplatz

Der Schauplatz der "3. Mann Tour - im Kanal" liegt in einem der ältesten Teile des Wiener Kanalnetzes, den so genannten Cholerakanälen, die links- und rechtsufrig des Wienflusses als Reaktion auf die verheerende Choleraepidemie 1830, bei der mehr als 2.000 WienerInnen ihr Leben verloren, errichtet wurden. Besonders eindrucksvoll sind die Bauwerke des Linken-Wienfluss-Sammelkanals (errichtet 1836 bis 1839) und des Ottakringer Bachs unterhalb des Esperantoparks - dort wo Orson Welles alias Harry Lime vor seinen Verfolgern flüchtete. "Der Kanal stellt aber weit mehr als eine Filmkulisse dar", betonte Umweltstadträtin Sima, "sondern ist bis heute ein immens wichtiger Teil der Wiener Abwasserentsorgung und alltäglicher Arbeitsplatz für die Wiener Kanalarbeiter." Die 370 Mitarbeiter der MA 30 - Wien Kanal leisten dabei - weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit - Bemerkenswertes: Sie holen Jahr für Jahr rund 5.000 Tonnen Kanalschutt zutage und sorgen damit dafür, dass das Abwasser ungehindert fließen kann. Und das häufig in schwerer Handarbeit in beengten Verhältnissen. Ulli Sima: "Bei der Konzeption der ,3. Mann Tour` war es uns ein Anliegen, dieser Leistung jene Beachtung zu schenken, die sie verdient."

Rund 20 Prozent der Abwässer der WienerInnen werden am Kanal-Schauplatz der "3. Mann Tour" Richtung Hauptkläranlage geleitet. Gleichzeitig findet sich hier die Verbindung des alten Kanalnetzes mit dem 2006 fertig gestellten Wiental Kanal, der in rund 30 Meter Tiefe liegt und ein gigantisches Speichervolumen von 110.000 Kubikmetern bietet.

Die Wienfluss-Sammelkanäle waren bei starkem Regen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen. Durch den Regen verdünntes Kanalwasser, so genanntes Mischwasser, gelangte in den Wienfluss -bis heute ist ein solches System weltweit Stand der Technik. Mit dem neuen Wiental Kanal gehören Ausleitungen in den Wienfluss der Vergangenheit an, wodurch die Gewässerqualität deutlich steigt.

Starke Partner der "3. Mann Tour" - Walk, Museum, Kino

Carol Reeds Filmklassiker spielt aber nicht nur im Wiener Kanalsystem. Und auch an der Oberfläche lohnt es sich, den Spuren des Penizillinschiebers Harry Lime zu folgen. Die rund zweieinhalbstündige Führung, als "Walk" Teil der "3. Mann Tour", führt - mit Hilfe von reichhaltigem Bildmaterial und Musikbeispielen - durch die mit Kopfstein gepflasterten Gassen der Wiener Altstadt. Dabei werden die wichtigsten Drehorte besucht, die Entstehungsgeschichte des Films wird ebenso behandelt wie das "andere" Wien der Kriegsruinen, der alliierten Besatzungsmächte, des Schwarzmarkts und der Ost-West-Spionage.

Original-Zither von Anton Karas im Museum

Im von Karin Höfler und Gerhard Strassgschwandtner seit 2005 betriebenen "Dritten Mann Museum" in Wien-Wieden kommen Harry Lime-Fans voll auf ihre Rechnung. Rund 1.000 Originale, Kuriosa und zeitgeschichtliche Dokumente bieten in dem auf mittlerweile zehn Räume erweiterten Museum einen guten Überblick über die Besatzungszeit in Wien und den 1948 gedrehten Film. Die Palette reicht dabei von Filmplakaten, der Originalkappe des "Kleinen Hansel" bis hin zu einer beeindruckenden Sammlung verschiedener Ausgaben von Graham Greenes Romanvorlage. Ein absoluter Höhepunkt ist dabei die Original-Zither, mit der Anton Karas in London die weltberühmte Filmmusik zum Dritten Mann komponierte. Eine Melodie, die um die Welt gegangen ist und unter anderem von den Beatles gecovert wurde.

"The Third Man" im Burgkino

Am Beginn des Mythos "Der dritte Mann" stand natürlich der Film selbst. Am 2. September 1949 wurde "The Third Man" in London uraufgeführt, in Cannes erhielt Regisseur Carol Reed dafür die begehrte Goldene Palme. Am 10. März 1950 war der Film erstmals in Österreich im Wiener Apollo Kino zu sehen und wurde im selben Monat mit dem Oscar für die beste Kameraführung ausgezeichnet. In den 50er-Jahren ausschließlich in der deutschen Synchron-Fassung zu sehen, verschwand "Der dritte Mann" in der zweiten Hälfte der 60er-Jahre aus den österreichischen Kinos. Erst 1979 war erstmals die Originalfassung von "The Third Man" in Wien zu sehen, ab 1980 im Burgkino, wo er nun bereits seit mehr als 15 Jahren zumindest zwei Mal pro Woche zu sehen ist - und nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.

Info:

o Alle Informationen zur "3. Mann Tour" sind im Internet unter www.drittemanntour.at/ zu finden.

Die vier Stationen der "3. Mann Tour":

o KANAL: Veranstaltet von der MA 30 - Wien Kanal. Abstieg beim Sterndeckel Karlsplatz-Esperantopark vis-à-vis 1010 Wien, Friedrichstraße 6, geöffnet bis 28. Oktober 2007 (danach Winterpause) jeweils Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 22 Uhr. Dauer: ca. 45 Minuten. Führungen zu jeder vollen Stunde, letzte Führung um 21 Uhr. Eintrittspreise: 7 Euro (Erwachsene), 3,50 Euro (Kinder und Jugendliche von 12 bis 18 Jahren), Studenten, 5,50 Euro (3. Mann Tour-Mehrfachbesucher, Präsenz- und Zivildiener, Pensionisten, Gruppen ab 10 Personen). Anmeldungen bei der MA 30 - Wien Kanal unter der Telefonnummer (+43-1) 4000 -3033 oder direkt an der Tageskassa. o WALK: Veranstaltet von Vienna Walks + Talks, Tel.: (+43-1) 774 89 01, Fax: (+43-1) 774 89 33, www.viennawalks.com/ oder www.thethirdman.net/ . Treffpunkt U4-Station Stadtpark, Ausgang Johannesgasse, Dauer ca. 2,5 Stunden. Ganzjährig, jeweils Montag und Freitag ab 16 Uhr. Eintrittspreise: 17 Euro (Erwachsene), 14,50 Euro ermäßigt, 8 Euro (Schüler bis 18 Jahre), Kinder unter 10 Jahren Freitag) o MUSEUM: Das privat betriebene "Dritte Mann Museum" befindet sich in 1040 Wien, Pressgasse 26. Tel./Fax (+43-1) 586 48 72, www.3mpc.net/ . Geöffnet an Samstagen von 14 bis 18 Uhr, an Dienstagen von 18 bis 20 Uhr (nur mit Voranmeldung), Gruppen jederzeit nach Terminvereinbarung. Eintrittspreise: 7,50 Euro (Erwachsene), 6 Euro ermäßigt, 4 Euro (Kinder und Jugendliche von 10 bis 16 Jahren) o BURG KINO: Opernring 19, 1010 Wien, Tel.: (+43-1) 587 84 06, www.burgkino.at/ . THE THIRD MAN in restaurierter Originalversion jeden Freitag um 22.45 Uhr, jeden Sonntag um 15 oder 16 Uhr, jeden Dienstag um 16 oder 17 Uhr. Eintrittspreise 8 Euro bzw. 7,50 Euro, ermäßigt 6 Euro.

rk-Fotoservice: www.wien.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) wög

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Mag. Karl Wögerer
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