Neues Volksblatt: "Mittelstand" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 9. Juni 2007

Linz (OTS) - Die moralische und humane Qualität einer Gesellschaft ist daran zu messen, wie sie mit den Schwachen, den Benachteiligten und mit den auf Hilfe Angewiesenen umgeht. Diesem unbestrittenen Grundsatz gemäß wurde und wird im Sozialstaat Österreich viel getan. Nun gehört aber in Österreich die überwiegende Mehrheit Gott sei Dank nicht zu den sozial Schwachen oder Hilfsbedürftigen. Freilich auch nicht zu den "Reichen" im Lande. Diese Mehrheit liegt sozusagen "dazwischen". Man könnte sie auch den "Mittelstand" nennen, um eine Definition dieses Begriffes zu versuchen. Arbeitnehmer sind damit genau so gemeint wie Wirtschaftstreibende. Gesetzliche, steuerliche oder andere Maßnahmen treffen diesen Mittelstand zwar, jedoch in der Regel nicht so, dass es existenzgefährdend wäre oder den Einzelnen in die "neue Armut" führen würde. Dass die Maßnahmen für den Mittelstand trotzdem schmerzhaft und manchmal schwer zu verkraften sind, das wurde von der Politik zu wenig ernst genommen. In der Annahme, dass der "gesunde" Mittelstand solche Dinge "wegstecken" könne. Doch auch der gesunde Mittelstand ist nicht unbegrenzt belastbar.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001