"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Die EURO-Uhr tickt" (Von Alois Vahrner)

Ausgabe vom 8./9. Juni 2007

Innsbruck (OTS) - Genau ein Jahr vor der EURO in Österreich und
der Schweiz begannen die Countdown-Uhren in den Spielorten Wien, Salzburg, Innsbruck, Zürich, Basel und Genf zu ticken. Die überdimensionale Uhr zeigt auf die Sekunde genau die verbleibende Zeit bis zum Ankick der Fußball-EM am 7. Juni 2008 um 18 Uhr in Basel an. Die mit Abstand größte Sportveranstaltung, die es in Österreich je gegeben hat (trotz zwei Mal Olympia in Innsbruck) und geben dürfte, wird das ganze Land in einen Ausnahmezustand versetzen. Vor allem auch für Tirols Organisatoren tickt die Countdown-Uhr überlaut - und hoffentlich nicht zu schnell.

Deutschland hat mit der sensationellen WM weltweite Sympathien gesammelt und uns die Latte extrem hoch gelegt. Sportlich sollte es angesichts der leider anhaltend schwachen Form unserer Kicker nicht schwer fallen, ein toller Gastgeber zu sein. Es gibt wohl kein Land, das nicht gerne gegen uns in einer Gruppe spielen würde.

Schon weit schwieriger ist die Organisation. Die EURO wird Österreich und die Schweiz in einen Ausnahmezustand versetzen. Bis zu 120.000 Fans werden an Spieltagen zum Sturm auf Innsbruck ansetzen, der Großteil ohne Tickets. Aber auch während der gesamten dreieinhalb EM-Wochen gilt es eine gewaltige EM-Party für zehntausende Fans aus ganz Europa zu organisieren. Noch ist auch 366 Tage Zeit, bei der heimischen Bevölkerung für so etwas wie EURO-phorie zu sorgen.

Das größte Problem bei solchen Mega-Events (siehe auch die gigantomanische Maschinerie beim G8-Gipfel) ist aber die Sicherheit. Wie hoch der Aufwand auch getrieben wird: Ein Restrisiko auf schlägernde Hooligans oder gar Terroranschläge bleibt immer. Und wäre in Deutschland nur einer der geplanten Bombenanschläge auf Züge geglückt, wäre aus dem gefeierten Sommernachtstraum ein Albtraum geworden.

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