Die Positionierung der NÖ Ärzteschaft im Strukturwandel des Gesundheitswesens

Wien (OTS) - Das neue Präsidium der NÖ Ärztekammer präsentierte heute sein Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre. Der neue Präsident Dr. Christoph Reisner, Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie im Krankenhaus Wr. Neustadt und Wahlarzt in Neunkirchen, betonte, dass es ihm ein besonderes Anliegen sei, die Kommunikation zwischen Ärztekammer und der Ärzteschaft, aber auch mit den Medien zu verbessern. Außerdem will der neue Präsident die Probleme der Vergangenheit, speziell im Umgang der einzelnen Kurien miteinander, z.B. im Bereich der Übergabepraxis, einer neuen Gesprächskultur zuführen. Dr. Reisner: "Ich werde mich für den intensiven Interessensausgleich zwischen allen ärztlichen Berufsgruppen einsetzen, den Konsens immer in den Vordergrund stellen und in der Vergangenheit aufgerissene Gräben zuschütten." Eines seiner vordringlichen Anliegen wird es auch sein, das Thema Hausapotheken neu zu definieren.

Unterstützend will sich der neue Ärztechef auch bei den in Kürze aufzunehmenden Verhandlungen über eine Verbesserung des Spitalsärztegesetzes einbringen. Dies ist auch ein großes Anliegen des 1. Vizepräsidenten Dr. Gerrit Loibl, Anästhesist im Krankenhaus Tulln. Weiters möchte Dr. Loibl die Ausbildung für junge Ärzte in den nächsten Jahren weiter verbessern und diesbezüglich neue Modelle, vor allem unter verstärkter Einbindung von Lehrpraxen-Tätigkeit, erarbeiten.

Auch für die neue Nummer 1 der Spitalsärzte, Dr. Ronald Gallob, Anästhesit im Krankenhaus Wr. Neustadt, sind die Anliegen der Spitalsärzte von besonderer Bedeutung. Der Vizepräsident, der gleichzeitig auch der Kurienobmann der angestellten Ärzte ist, möchte ein modernes Bild des angestellten Arztes in der Öffentlichkeit schaffen und so rasch als möglich das (von der NÖ Spitalsärzteschaft zu 75 % abgelehnte) neue Spitalsärztegesetz auf neue Beine stellen.

Der Chef der niedergelassenen Ärzte und 2. Vizepräsident, Dr. Johann Jäger, Allgemeinmediziner aus Weitersfeld, hat drei vorrangige Punkte in seinem Arbeitsprogramm definiert:

1. Ausbau und weitere Verbesserung des hausärztlichen Bereiches inkl. Einer Steigerung der Kompetenzen und Möglichkeiten dieser Berufsgruppe 2. Ausweitung der Leistungskataloge der niedergelassenen Fachärzte, um die Inhalte derselben an eine moderne und zeitgemäße Medizin heranzuführen 3. Einführung von flächendeckender Versorgung durch moderne Modelle von Gruppenpraxen mit Kassenverträgen

Zur derzeitigen Diskussion über die finanzielle "Entmachtung" der Krankenkassen in Form von Auslagerung der Krankenfinanzierungsbeiträge aus dem Kassenwesen, bezieht der Chef der niedergelassenen Ärzte deutlich Stellung: "Grundsätzlich gehört unser Gesundheitswesen ENTpolitisiert und nicht VERpolitisiert. Die Verwaltung aller im Gesundheitswesen aufgewendeten Mittel in einer Hand ist ein durchaus vernünftiger Weg. Jedoch sollte man die Mittel jenen in die Hand geben, die seit Jahren bewiesen haben, dass sie mit dem nötigen Know how und auch mit der nötigen Verantwortung für die Gesundheit der Patienten an die Sache herangehen - und dies sind eindeutig die Krankenkassen.

Würden die Mittel im Gesundheitswesen ausschließlich durch die Politik verteilt werden, so wäre dies eine Einbahnstrasse in die Staatsmedizin. Was dies für Folgen hat sieht man am Beispiel Englands: dort gibt es jahrelange Wartezeiten auf bestimmte Operationen, wie z.B. Hüftoperationen, und es es ist durch genau eine solche Massnahme zu einer Zwei- wenn nicht sogar -Drei-Klassen-Medizin gekommen."

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