G-8-Klimabeschluss: Kompromiss der Verantwortungslosigkeit

Glawischnig kritisiert positive Reaktion von Minister Pröll

Wien (OTS) - "Der gestern beim G-8-Gipfel in Heiligendamm erzielte Klimaschutz-Kompromiss ist kein Fortschritt, sondern das Eingeständnis von Mut- und Verantwortungslosigkeit", kritisiert Eva Glawischnig, stv. Bundesprecherin der Grünen.
"Die Halbierung der Treibhausgasemissionen bis 2050 (gegenüber 1990) ernsthaft in Erwägung ziehen zu wollen’, wie dies Merkel als Gipfelergebnis präsentiert hat, sei nichts als ein vages Versprechen. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen Menschen, die bereits heute an den Folgen des Klimawandels leiden und den Millionen, die den Klimawandel schmerzlich zu spüren bekommen werden, wenn die Staatschefs weiter so zögerlich agieren", so Glawischnig. Die internationale Gemeinschaft der KlimawissenschaftlerInnen hat eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 50% gegenüber 1990 bis 2050 als Minimalziel definiert. Um bis zu 80% müssten die Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts verringe werden, um katastrophale Folgen zu vermeiden. "So genannte ‚ernsthafte’ Klimaschutzpolitik muss zumindest das 50%-Ziel verbindlich festschreiben, alles andere bedeutet Schiffbruch im Klimaschutz", fordert Glawischnig.
Die positive Reaktion von Bundesminister Pröll auf das G-8-Ergebnis sei daher nicht nachvollziehbar, kritisiert die Grüne.
"Ich erwarte mir von Minister Pröll und Bundeskanzler Gusenbauer, alles daran zu setzen, dass die EU beim Klimaschutz mutiger vorangeht und ein langfristiges Reduktionsziel von zumindest 50% bis 2050 als verbindliches EU-Ziel fixiert. Der Handlungsdruck ist angesichts der zunehmenden Beschleunigung des Klimawandels und der dramatischen Warnungen des UNO-Klimabeirats enorm", sagt Glawischnig.

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