Energie AG-Börsegang öffnet Tür für Einstieg von Atomstromkonzernen

Frais: "Strategischer Partner bietet Sicherheit im Gegensatz zum Börsegang"

Linz (OTS) - "Auch wenn der Einstieg eines strategischen Partners bei der Energie AG von der EU genehmigt werden müsste, so ist es doch die vielfach sicherere Lösung für Oberösterreich als der reine Börsegang der Energie AG. Zum Einen ist ein vergleichbarerer Einstieg im Jahr 2002 bei der Energie Allianz genehmigt worden und es haben sich bis heute die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht geändert. Zum Anderen bedeutet eine allfällige Nicht-Genehmigung keineswegs eine verpflichtende öffentliche Ausschreibung. Die einzige Konsequenz bestünde darin, dass man eine andere Struktur für die Kooperation wählen müsste. Hingegen hat der Börsegang zur Folge, dass internationale Atomkonzerne völlig freien Zugang zu Unternehmensanteilen der Energie AG erhalten", kritisiert SP-Klubobmann Dr. Karl Frais die Energie AG-Argumentation von ÖVP und Grün.

Auch institutionelle Anleger bieten keinen nachhaltigen Schutz gegen die Machtinteressen von Energiemultis - den Beweis dafür hat die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich im Jahr 2006 bei der EVN geliefert. Während laut EVN-Geschäftsbericht die Raika ihr Aktienpaket verringert hat, hat der deutsche Multi EnBW sein Aktienpaket entsprechend ausgeweitet. "Es ist eine Tatsache, dass der freie Börsenhandel für ausländische Atomstromkonzerne die Tür zum Einstieg bei der Energie AG öffnet. Wer ja zum Börsegang sagt, der sagt auch ja zu internationalen Atomstromkonzernen bei unserem Landesversorger Energie AG", betont Frais.

Ein strategischer Partner Verbund wäre ein sicherer Weg für die Energie AG und würde auch eine Stärkung des Unternehmens am Markt bedeuten. "Der Verbund besitzt auch in Oberösterreich zahlreiche Kraftwerke. Mehr als die Hälfte des in Oberösterreich erzeugten Wasserkraft-Stroms stammt aus Kraftwerken, die dem Verbund gehören. Auf diesen Strom ist Oberösterreich auch in Zukunft angewiesen. Deshalb ist eine Kooperation mit diesem Partner der nahe liegende Schritt. Das maximale Risiko eines Atommulti-Einstiegs an der Börse kann keinesfalls der theoretischen Gefahr eine allfälligen Nicht-Genehmigung durch die EU vorgezogen werden. Dieser Wahrheit müssen sich auch ÖVP und Grüne stellen", so der SP-Klubchef.

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