"All-In-One" Weichlinsenpflegemittel: Was steckt hinter der Rückrufaktion des Produkts COMPLETE(R) MoisturePLUS(TM) von Advanced Medical Optics (AMO)?

Wien (OTS) - Innerhalb von 12 Monaten hat die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) und FDA (Food and Drug Administration) Ende Mai 2007 zum zweiten Mal eine Mitteilung veröffentlicht, die von der Verwendung eines bekannten "Alles-In-One"-Weichlinsenpflegemittels abrät, warnt Anton Koller, Landesinnungsmeister (LI) der Augenoptiker in Wien. Davon betroffen ist das Produkt "Complete(R) MoisturePlus(TM)" der Firma AMO. AMO hat in vorbildlicher Weise reagiert und weltweit eine freiwillige Rückrufaktion gestartet, betont Koller. Grund dafür ist der Nachweis einiger Fälle von Acantamöbenkeratitis im Zusammenhang mit der Verwendung von "Complete(R) MoisturePlus(TM)".

Acantamöbenkeratitis ist eine seltene, aber potentiell das Augenlicht gefährdende, Hornhautentzündung, die durch mikroskopisch kleine Amöben verursacht wird. Das Risiko, so Koller, speziell in unseren Breiten an dieser Infektion zu erkranken, ist aber gering. Deutliche Merkmale sind rote, schmerzende Augen, Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl, stark tränende Augen. In diesen Fällen ist augenärztliche Hilfe dringend und sofort in Anspruch zu nehmen!

Infektionsvorbeugend empfiehlt LI Koller das sorgfältige Einhalten der Pflegeanweisungen für Kontaktlinsen:

  • Die Hände vor dem Hantieren mit Kontaktlinsen mit Seife waschen und mit einem sauberen Handtuch, am Besten mit einem Papierhandtuch abtrocknen.
  • Den Aufbewahrungsbehälter stets nach Gebrauch auswaschen und geöffnet an der Luft trocknen lassen.
  • Aufbewahrungslösungen nie zweimal verwenden. Die Wirkung ist nach der ersten Anwendung verbraucht.

- Die Verwendung eines Kontaktlinsenreinigers mit dem die Linsen abgerieben werden müssen ist dringend anzuraten.

- Wenn möglich sollte zur Desinfektion ein so genanntes Wasserstoffperoxydsystem verwendet werden.

Die Frage warum heikle Kontaktlinsen mit einem speziellen Reiniger abzureiben sind, veranschaulicht LI Koller mit einem Vergleich der abzuwaschenden Eierspeispfanne: "Selbst das schärfste Spülmittel ist nicht instande, die Essensrückstände nur durch Eintauchen der Pfannenoberfläche zu lösen. Da muss auch eine Bürste oder ein Schwamm her". Eiweiß ist Bestandteil der Tränen und dieses Eiweiß lagert sich auf der Linsenoberfläche ab. Deshalb ist "Eintauchen" allein zu wenig. Diese Eiweißablagerungen stellen ein Nahrungsreservoir für Bakterien und Pilze dar. Ist kein Reiniger vorhanden, können die Linsen auch mit der Abspüllösung und sauberen Fingern abgerieben werden. Genaue Information gibt der Kontaktlinsenoptiker.

LI Koller erinnert an die erste Rückholaktion vor einem Jahr als "ReNu(R) mit MoistureLoc(TM)" vom Markt genommen wurde. Auslöser damals war das Auftreten einer Hornhautentzündung, die in einigen Fällen durch Fusarium Pilze und mangelnde Reinigung der Kontaktlinsenbehälter verursacht wurde. In diesem Zusammenhang klärt LI Koller auf. Desinfektionsmittel müssen Mikroorganismen töten oder inaktivieren. Mikroorganismen bestehen, genauso wie die Augen, aus Zellen. Die Desinfektionsmittel können aber nicht zwischen Haut und Mikroorganismus unterscheiden. Das heißt, ein gutes Desinfektionsmittel kann nicht wirklich augenverträglich sein. Andererseits kann eine komfortable Einsetz-/Abspül- sowie Benetzungslösung, die besonders augenfreundlich sein muss, nicht wirklich desinfizierend wirken. Das Eine schließt das Andere aus. Die erste Wahl bei weichen Kontaktlinsen, betont LI Koller, bleibt ein Wasserstoffperoxydsystem.

Mehr dazu:

http://www.optikum.at/modules.php?name=News&file=article&sid=576
http://www.the-complete-experience.com/start_austria.html

Rückfragen & Kontakt:

Landesinnungsmeister Anton Koller, Tel.: 01/51450-2208

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