Michael Haneke mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet

Wien (OTS) - Der vielfach preisgekrönte und international erfolgreiche österreichische Regisseur Michael Haneke wurde heute im Rahmen eines Festaktes im Kunstministerium mit dem Österreichischen
Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Leiter des Österreichischen Filmmuseums, Alexander Horwath.

Michael Haneke, 1942 in München als Sohn des Düsseldorfer Regisseurs und Schauspielers Fritz Haneke und der österreichischen Schauspielerin Beatrix von Degenschild geboren, verbrachte Kindheit und Jugend in Wiener Neustadt, wo er auch das Gymnasium besuchte. In Wien studierte Haneke, der ursprünglich Schauspieler oder Dirigent werden wollte, Philosophie, Psychologie und Theaterwissenschaften. Bereits neben dem Studium arbeitete Haneke als Autor, Film- und Literaturkritiker.

Von 1967 bis 1971 war Haneke als Redakteur und Fernsehspiel-Dramaturg beim Südwestfunk in Baden-Baden beschäftigt, seit 1970 arbeitet er als freischaffender Regisseur und Drehbuchautor. 1970 debütierte Haneke als Bühnenregisseur am Stadttheater Baden-Baden mit "Ganze Tage in den Bäumen" von Maguerite Duras, gefolgt von weiteren Theaterinszenierungen am Staatstheater Darmstadt, Schauspielhaus Düsseldorf, Schauspielhaus Hamburg, Residenztheater München, Schillertheater Berlin und Wiener Burgtheater. 1974 entstand sein erster Fernsehfilm "…und was kommt danach?"(After Liverpool) nach James Saunders, weitere TV-Filme wie "Sperrmüll" (1976), "Drei Wege zum See" (1976), "Lemminge"(1979), "Variation" (1983)"Wer war Edgar Allan?" (1984), "Fraulein" (1985), "Nachruf für einen Mörder" (1991) und "Das Schloss" nach Kafka (1996)folgten.

Haneke, der seit Jahren in Cannes vertreten ist, hat alle seine Kinoerfolge bei diesem wichtigsten internationalen Filmfestival vorgestellt. Mit seinem Kinoerstling "Der siebente Kontinent" gab Haneke 1989 sein Debüt in Cannes. "Bennys Video" (Fipresci-Award Thessaloniki 1992) und "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" schlossen die Trilogie ab. Der Gewaltschocker "Funny Games" war 1997 nach 35 Jahren der erste österreichische Wettbewerbsbeitrag bei den Filmfestspielen in Cannes, "Code inconnu" war 2000 ebenfalls im Cannes vertreten. "Die Klavierspielerin" (2001) nach Elfriede Jelinek erhielt in Cannes neben den Darstellerpreisen für Isabelle Huppert und Benoît Magimel auch den Grand Prix der Jury. 2003 entstand "Wolfzeit". Mit "Caché" gewann Haneke 2005 bei der Verleihung der Europäischen Filmpreise u.a. die Auszeichnungen Bester Film und Beste Regie, den Prix Fipresci der Internationalen Filmkritik sowie in Cannes den Preis für die beste Regie, später folgte der "Große Diagonalepreis".

Seit 2002 lehrt Michael Haneke Regie an der Wiener Filmakademie der Universität für Musik und Darstellende Kunst.

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