Bartenstein: Marshallplan brachte Österreich und Europa Sicherheit und Stabilität

Festakt zum 60. Jahrestag der Rede des US-Außenministers über die Notwendigkeit des Wiederaufbaus Europas - neues Schüler- und Studentenaustauschprogramm beschlossen

Wien (BMWA-OTS) - "Die heutige Feierstunde ist ein Anlass, im
Namen der Bundesregierung und der österreichischen Bevölkerung Danke zu sagen. Dank den Vereinigten Staaten und ihrer Führung, aber auch den amerikanischen Steuerzahlern", betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein heute im Wiener Belvedere anlässlich des Festaktes "60 Jahre Marshall-Plan". Man müsse sich der Relationen bewusst, die damals bewegt wurden. Immerhin seien rund 5 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung im Rahmen des vom damaligen US-Außenminister George C. Marshall initiierten "European Recovery Programs" (ERP) in den Wiederaufbau Europas geflossen, 88 Prozent der österreichischen Importe wurden aus ERP-Mittel finanziert.

Bartenstein weiter: "Wir müssen aber auch festhalten, dass es nicht nur um die wirtschaftliche Dimension gegangen ist: Mit dem durch den Marshall-Plan gesicherten Wiederaufbau Europas wurde auch ein wesentlicher Beitrag für Sicherheit und Stabilität des Kontinents gelegt. Ohne diese Unterstützung und ohne die mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl 1950 erfolgte Europäisierung der Roh- und Grundstoffe gäbe es heute wahrscheinlich keine Europäische Union".

Die Mittel aus dem Marshall-Plan, so Bartenstein weiter, hätten jedenfalls den Aufbauprozess wesentlich beschleunigt und hätte vor allem Bedeutung als "Hilfe zur Selbsthilfe" gehabt. Es hätte keine Bevormundung, sondern freundschaftliche Ratschläge gegeben, betonte der Minister. Entstanden sei letzten Endes daraus die enge transatlantische Beziehung - die heute wichtigste Beziehung in der globalen Wirtschaft.

Österreich könne mit Stolz und Selbstbewusstsein auf die Entwicklung schauen, die der ERP-fonds genommen habe: In den letzten 60 Jahren sei es gelungen, die im ERP-Fonds veranlagten und heute von der austria wirtschaftsservice ausgezeichnet verwalteten Gelder der Marshallplanhilfe von rund einer Milliarde Dollar - umgerechnet rund 800 Millionen Euro - mehr als zu verdreifachen, so dass das für die Wirtschaftsförderung verfügbare Vermögen des ERP-Fonds heute rund 2,8 Milliarden Euro umfasst. Seit 1962 seien damit über 11.000 österreichische Unternehmen bei Wachstumsprojekten unterstützt worden, über 10 Milliarden Euro wurden seit 1962 in Form von zinsgünstigen Wachstumskrediten zur Verfügung gestellt, betonte der Minister.

Österreich habe seine Chancen genützt und auch politisch aufbereitet, führ Bartenstein fort. Als führender Investor in Mittel-, Ost- und vor allem Südosteuropa habe es sich zum Anwalt dieser Länder machen können und werde deren Weg in Richtung europäischer Integration weiter unterstützen.

ERP-Fonds finanziert Austauschprogramm für Schüler, Lehrlinge und Studenten

In Anerkennung der positiven Entwicklung in Europa und Österreich durch die großzügige Wirtschaftshilfe aus dem Marshallplan haben Bundesminister Dr. Martin Bartenstein und die Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika, Susan Mc Caw, heute ein gemeinsames Memorandum unterzeichnet. Dieses beinhaltet die Absichtserklärung beider Staaten, das gegenseitige Verständnis der Völker der USA und Österreichs durch ein bilaterales Austauschprogramm für Schüler, Lehrlinge und Studenten von Fachhochschulen, Technischen Universitäten und berufsbildenden Schulen zu fördern.

Im Rahmen dieses Programms werden über die beim ERP-Fonds angesiedelte Austrian Marshall Plan Foundation in den nächsten 10 Jahren bis zu 1.000 Stipendien für amerikanische und österreichische Schüler, Lehrlinge und Studenten vergeben werden. Die Finanzierung übernimmt der ERP-Fonds.

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