Kranzl: Energieforschung bringt Markterfolge

Ergebnisse der Marktstatistik "Erneuerbare Energien" sehr erfreulich

Wien (SK) - Sehr erfreulich sind aus Sicht von Forschungsstaatssekretärin Christa Kranzl die Ergebnisse der Marktstatistik "Erneuerbare Energien". "Die Wachstumszahlen bei thermischen Sanierungen, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen sind ein Vorbild für die Forschungsinvestitionen in Markterfolge", so Kranzl am Dienstag in einer Pressekonferenz. Mit dem neuen Forschungsprogramm "Energie der Zukunft" werde ein weiterer Schritt getätigt, die Erfolge in diesem Bereich auszubauen und weitere innovative Maßnahmen zu setzen. Im dem Zusammenhang kündigte Kranzl eine Verdreifachung der jährlichen Energieforschungsausgaben an. ***

Äußerst beeindruckend sind die Exportanteile der genannten Technologien: Bei der Photovoltaik machte diese 97 Prozent aus, bei der Solarthermie 74 Prozent und bei den Wärmepumpen 32 Prozent. Das bedeute aber etwa bei der Photovoltaik im Umkehrschluss auch, dass es nur drei Prozent Anteil am Inlandsmarkt gibt. Für Kranzl sind diese Zahlen ein Handlungsauftrag für die Politik, entsprechende Rahmenbedingungen in Österreich zu schaffen, um einen gesunden Heimmarkt zu stimulieren. Verbesserungsbedarf sieht die Staatssekretärin hier vor allem beim Ökostrom-Gesetz.

Die drei genannten Branchen eröffnen vor allem kleinen und mittleren Unternehmen große Chancen. Wie die neuesten Daten zeigen, sei es etlichen Betrieben gelungen, sich hier in Nischen zu spezialisieren, erläuterte Kranzl. Die Zahl der Arbeitsplätze konnte seit 2005 um 35 Prozent und im Vergleich zu 2004 sogar um fast 70 Prozent gesteigert werden.

Wesentliche Grundlage für diese Markterfolge sei das aktive Engagement im Energieforschungsbereich, so die Staatsekretärin. Dass heuer bereits mit 40 Prozent aller Anlagen europaweit schon jeder dritte Sonnekollektor aus Österreich stammt, sei den Technologieentewicklungen, die in einer Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft entstanden sind, zu verdanken. "Im Rahmen der Forschungsprogramme, insbesondere dem Impulsprogramm 'nachhaltig Wirtschaften', fördern wir diese Forschungskooperationen bereits seit Jahren", hielt Kranzl fest. Dadurch gebe es viele positive Effekte.

Ein wesentlicher Faktor für den Ausbau Erneuerbarer Energien ist für Kranzl der Klima- und Energiefonds, der heute im Nationalrat beschlossen wird. Besonders erfreulich ist aus Sicht der Forschungsstaatssekretärin, dass der Bereich Forschung und Entwicklung ein Schwerpunkt dieses mit 500 Mio. Euro dotierten Fonds sei. Kranzl rechnet damit, dass etwa ein Drittel aus diesem Topf in ihren Bereich fällt.

Um die bisherigen Innovationserfolge abzusichern und weiterzuführen, möchte Kranzl noch in diesem Monat in ihrem Haus ein neues Forschungs- und Entwicklungsprogramm zum Thema "Energie für die Zukunft starten". In Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium sollen heuer noch 20 Millionen Euro für Forscher zur Verfügung gestellt werden.

"Österreich muss im Bereich der Erneuerbaren Energie ein Energiemusterland werden", forderte Robert Kanduth, Obmann der Branchenvertretung Energie-Klima in der WKÖ. Zugleich verlangte er auch mehr Unterstützung seitens der Politik. "Vor allem am Land hat man den in den letzten Jahren geschlafen, auch wenn einiges erreicht worden ist." Das riesige Wachstumspotenzial müsse besser genützt werden.

Dieter Hornbachner (Fa. HEI/Hornbachner Energie Innovation) verwies in der Pressekonferenz darauf, dass im Bereich der Photovoltaik die internationalen Marktzuwächse enorm sind. Laut Prognosen soll der internationale Marktwert bei der Photovoltaik im Jahr 2015 bei 200 Milliarden Euro liegen. Das heißt, es handle sich hier um keinen Nischenmarkt mehr, sondern um "Big business". Als Schlüssel nannte Hornbacher Innovation, das Impulsprogramm "nachhaltig Wirtschaften" könne hier ein Sprungbrett sein. Aus seiner Sicht sei Forschung "das Spielbein", aber der heimische Markt "das Standbein". In dem Zusammenhang forderte Hornbachner eine Novellierung des Ökostrom-Gesetzes und appellierte an die Wirtschaft, ihre Blockadepolitik zu beenden.

Peter Biermayr von der TU Wien wies auf die zentralen positiven Effekte hin, die die Forcierung Erneuerbarer Energien bringt. Es gebe ein enormes Zukunfts- und Wachstumspotenzial, der Wirtschaftsstandort Österreich würde gestärkt, es werde einen deutlichen Beschäftigungszuwachs geben und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Um die Technologieführerschaft zu garantieren, brauche es aber einen gesunden Heimatmarkt sowie laufende Investitionen in Forschung und Entwicklung. (Schluss) ps

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