LR Stöger fordert weiterhin Gratis-Impfung für Mädchen gegen Gebärmutterhalskrebs

Horrender Selbstbehalt nach ÖVP-Konzept ist absolut unsozial!

Linz (OTS) - Oberösterreichs Gesundheits-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger besteht weiterhin auf ihrer Forderung nach rascher Einführung einer Gratis-HPV-Impfung für Mädchen gegen Gebärmutterhalskrebs. Das gestern von der ÖVP Oberösterreich präsentierte HPV-Impfkonzept mit einem Patienten-Selbstbehalt von 270 Euro für diese Impfung lehnt Stöger hingegen ab. "Dieser Vorschlag ist unsozial und zudem eine Mogelpackung: Die ÖVP will die Eltern mit einem Zuschuss von de facto nur 54 Euro abspeisen. Das bedeutet, dass die Eltern mit einem fünfmal so hohen Selbstbehalt weiterhin massiv belastet würden. Das ist keine Vorsorgeaktion sondern ein Schröpfkonzept!"

Landesrätin Stöger hat bereits vor drei Wochen schriftlich Gesundheitsministerin Dr.in Kdolsky ersucht, dass der Bund die Impfung für Mädchen gegen Gebärmutterhalskrebs in das öffentliche Schutzimpfprogramm aufnimmt. Damit würde die HPV-Impfung für Mädchen gratis, die Kosten würden sich der Bund (zwei Drittel) sowie Sozialversicherung und Länder (je ein Sechstel) nach dem üblichen Finanzierungsschlüssel teilen. Für ein derart breites Impfprogramm ist mit einem reduzierten Impfstoffpreis von 90 Euro (inkl. MwSt. 108 Euro) pro Teilimpfung zu kalkulieren. Die dreiteilige Impfung kostet also Bund, Länder und Sozialversicherung pro Mädchen 324 Euro.

Laut Vorschlag von ÖVP-Obmann LH Dr. Pühringer müssten hingegen die Eltern fünf Sechstel als Selbstbehalt in Höhe von 270 Euro zahlen, nur der kleine Rest von einem Sechstel (54 Euro) würde vom Land zugeschossen. "Dieser horrend hohe Selbstbehalt von 83,33 Prozent (!) ist absolut unsozial. Eine Familie mit zwei Mädchen kostet die Impfung 540 Euro Selbstbehalt. Ich halte das im Gegensatz zum Landeshauptmann für nicht zumutbar."

Stöger schlägt vor, die Gratis-Impfung für Mädchen von 11 bis 19 Jahren anzubieten, ähnlich wie in Deutschland, wo die HPV-Impfung für Mädchen von 12 bis 17 Jahren in das allgemeine Gratis-Impfprogramm aufgenommen wurde. "Zudem sollte mit einer einmaligen Sonderaktion für junge Frauen die jetzt noch bestehende Impflücke bis 26 Jahre geschlossen werden. Die Finanzierung dieser zusätzlichen Aktion müsste noch verhandelt werden." Auch dabei ist für Stöger vorrangig:
"Die finanzielle Situation darf auf keinen Fall ein Faktor sein, der darüber entscheidet, ob sich jemand vor dieser so gefährlichen Krankheit schützen kann oder nicht."

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat sich ebenfalls schon für die Aufnahme der HPV-Impfung in das Gratis-Impfprogramm ausgesprochen. Vom Bund gab es ebenfalls schon vor Wochen sehr positive Signale. "Mit dem jetzigen ÖVP-Vorstoß in Oberösterreich und auch schon in Niederösterreich, der klar zu Lasten der Eltern und jungen Frauen geht, besteht die Gefahr, dass sich der Bund von der Finanzierung zurückzieht. Die Folge wäre, dass das breite Impfprogramm nicht zustande kommt und damit auch kein reduzierter Preis für die Impfstoffkosten erzielbar wäre. Der einzige ÖVP-Erfolg wäre damit eine hohe Gewinnspanne für den Impfstoffhersteller", kritisiert Stöger.

Landesrätin Stöger hat in ihrem Schreiben die Bundesministerin ersucht, dass eine entsprechende bundesweite Gratis-Impfregelung in der nächsten Sitzung der Bundesgesundheitskommission am 28. Juni vorgelegt wird.

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