Papierindustrie präzisiert Ökostrom-Vorschlag der Landwirtschaft

Einbeziehung von Ökostrom aus Lauge längst überfällig - Deckelung auf betrieblicher Ebene Voraussetzung für Anhebung der Förderbudgets

Wien (PWK423) - Grundsätzlich positiv sieht die Papierindustrie
den Vorschlag von Landwirtschaftskammer-Präsident Wlodkowski, die Erzeugung von Ökostrom aus der bei der Zellstofferzeugung anfallenden biogenen Lauge in die Förderung miteinzubeziehen. "Der Vorstoß Wlodkowskis war wichtig. Damit wird erstmals auch von dritter Seite anerkannt, dass der bisherige Ausschluss des erneuerbaren Energieträgers Lauge nicht nur verfassungsrechtlich bedenklich, sondern auch klimapolitisch kurzsichtig war. Wir müssen alle Potenziale nutzen, um die ambitionierten Ziele zur Reduktion der Treibhausgase und zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie zu erreichen. Die Zellstoff- und Papierindustrie kann dazu mit ihrem nachhaltigen Einsatz biogener Energieträger wie Lauge, Schlämme und stofflich nicht verwertbarem Holz wertvolle Beiträge leisten. Schon bisher übertrifft die Erzeugung von Ökostrom in den hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen der Papierfabriken mit 1,4 Terawattstunden jährlich die teuer geförderte Stromerzeugung aus Biomasse deutlich - rund 3,5 Millionen Tonnen CO2 werden damit Jahr für Jahr in der Papierindustrie eingespart; um diese Klimaschutzleistung auch unter den geänderten Rahmenbedingungen zu erhalten und weiter auszubauen, muss die bisher viel zu einseitige Biomasseförderpolitik angepasst werden. Der Klima- und Energiefonds kann hier für neue Anreize sinnvoll eingesetzt werden", fordert Oliver Dworak, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie Austropapier.

Unbestritten ist jedoch laut Austropapier, dass die Verbesserung der Biomasseförderung zwei wesentliche Komponenten beinhalten muss:
eine Kostendeckelung für energieintensive Betriebe und die Verankerung weit strengerer Effizienzkriterien als bisher. "Ohne Deckelung auf betrieblicher Ebene in Form einer entsprechenden Rückvergütung ist derzeit nicht an eine Ausweitung des Förderbudgets zu denken. Die Papierindustrie zahlt bereits heute - ohne Gegenleistung - über zwölf Millionen Euro jährlich aus dem Titel Ökostrom, dazu kommen die gestiegenen Holzkosten, die befürchtete Kostenlawine aus dem CO2-Emissionshandel ab 2008 und die Energiesteuer. Wenn wir die Investitions- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und damit auch die tausenden Arbeitsplätze erhalten wollen, muss rasch gehandelt werden. Ein wirkungsvoller Hebel zur Vermeidung einer weiteren Ökostrom-Förderfalle ist die Vorgabe strengerer Effizienzkriterien bei der Vergabe von Fördergeldern. Die Anlagen der Papierindustrie entsprechen den bei weitem höchsten Energieeffizienz-Standards - damit wird im Sinne eines auch wirtschaftlich erfolgreichen Klimaschutzes sichergestellt, dass erneuerbare Energie dort erzeugt wird, wo mit geringstem Mitteleinsatz höchste CO2-Reduktionen erreicht werden", präzisiert der Austropapier-Geschäftsführer abschließend. (us)

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