Neubauer: Italien provoziert im Tiroler Gedenkjahr 2009!

Aufmarsch von 400 000 Alpini-Soldaten im Gedenkjahr ist unsensibler Akt

Wien (OTS) - Als ungeheure Provokation bezeichnete heute der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Werner Neubauer, Mitglied des Unterausschusses des österreichischen Parlaments für Südtirol, das Vorhaben Italiens, im Gedenkjahr 2009 in Südtirol 400 000 Alpini-Soldaten aufmarschieren zu lassen. "Ich fordere alle Verantwortlichen Italiens und die politisch Verantwortlichen Südtirols, vor allem den Herrn Landeshauptmann Durnwalder, auf, einerseits von diesem Vorhaben Abstand zu nehmen, andererseits ganz entschieden gegen diesen wahnwitzigen Plan aufzutreten."

Alpini-Einheiten in Südtirol zur Schau zu stellen, um im Gedenkjahr demonstrative Präsenz zu zeigen, sei nicht nur eine Provokation, sondern widerspreche sich auch historisch und sei deshalb unlogisch. "Tirol und damit Südtirol war nie Kriegsgebiet der Alpini", betonte Neubauer. "Dies zu leugnen, gereicht deren Anhängern sicher nicht zur Ehre."

Das geplante Alpini - Treffen in Bozen als "eine Chance zu sehen, um "Reife" zu beweisen", wie dies der Obmann der Südtiroler Volkspartei darstelle und als eine "Chance für die Demokratie" werte, sei ein Hohn auf die Geschichte Tirols, der Stadt Bozen und ein alarmierendes Signal einer offenbar durch die SVP angestrebten Assimilierung. In Anbetracht der italienischen faschistisch motivierten Unruhen in Bozen anlässlich der Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland, ließen solche Entscheidungen an der Vernunft so mancher Politiker zweifeln. Die Macht des italienischen Staates in dieser Form zu demonstrieren werde das Zusammenleben der deutschen Minderheit in Italien mit den mehrheitlichen Italienern sicher nicht erleichtern und das Vertrauen in den nicht gewollten Staat auch nicht gerade fördern, erklärte Neubauer. Bei solchen Bestrebungen Italiens finde die massive Forderung der FPÖ nach dem völkerrechtlich verbindlichen Selbstbestimmungsrecht erneute Nahrung.

In ihrer Geschichte hätten die Alpini nur Leid und Tod über Südtirol gebracht und seien Handlanger des faschistischen Regimes gewesen. "Auch waren diese Einheiten für Folter und Mord an zahlreichen Südtiroler Freiheitskämpfern verantwortlich. Die Alpini wurden nie für Ihre Gräueltaten zur Rechenschaft gezogen und haben sich auch bis heute nicht davon distanziert. Im Gegenteil! Bis heute legen sie Kränze vor faschistischen Relikten wie dem "Kapuziner Wastl" (Alpini Denkmal) in Bruneck nieder, welches die grauenvollen Folterungen und den heimtückischen Giftgasmord an tausenden äthiopischen Zivilisten glorifiziert." Neubauer kündigte deshalb an, diese Angelegenheit im Unterausschuss für Südtirol auf die Tagesordnung bringen zu wollen. "Ich werde alles unternehmen, um diese Form der Provokation in Südtirol durch den Aufmarsch von Alpini-Soldaten zu verhindern", schloss Neubauer.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0002