"KURIER"-Kommentar von Simon Kravagna: "Problem mit 70 Leuten"

Bitte Mozartkugeln für alle ausländischen Forscher und dann Ende der Debatte.

Wien (OTS) - So etwas nennt man eine ordentliche Watsch’n:
Ausgerechnet jener internationale Top-Forscher, der Österreich zu einer Elite-Uni auf der grünen Wiese verhelfen soll, rät Österreich erst mal zu einer Reform seiner Fremdengesetze: Wissenschaftler sollte man mit "dem roten Teppich begrüßen und nicht mit Bürokratie verfolgen", sagt der noch von der schwarz-orangen Regierung beauftragte Israeli Haim Harari.
Natürlich kann man der Meinung sein, dass sich die rund 70 Herren und Damen der Wissenschaft, die pro Jahr nach Österreich kommen, auch auf ein Amt bewegen können. Warum sollen nur die "Otto-Normal-Ausländer" ihre Anträge abgeben? Auch in den USA bekommt nicht jeder die Greencard geschenkt. Und in der Regel sind es nicht Forscher, die die Härte des Fremdenrechts spüren - sondern oft gut integrierte Familien.
Nur: Wie intelligent ist die derzeit praktizierte Politik, die riskiert, unter begehrten ausländischen Köpfen nur Kopfschütteln zu provozieren? Und sind die wahren Aufenthalts- und Integrationsprobleme nicht woanders zu suchen? Deshalb ein Tipp an die zuständigen Stellen: Bitte die paar Forscher mit rotem Teppich und Mozartkugeln begrüßen und sich schnell den echten Integrationsproblemen in Schul- und Arbeitswelt widmen.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002