Neues Volksblatt: "Wunsch" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 4. Juni 2007

Linz (OTS) - Wie viel Rückhalt hat eigentlich ein Verteidigungsminister, der über einen Offenen Brief von seinen Offizieren die "erwartbare Loyalität" einfordern muss? Oder der sich von einer Berufsgruppenvereinigung namens Offiziersgesellschaft öffentlich ausrichten lassen muss, dass der "Eurofighter nicht als Ausrede für Gesprächsverweigerung" tauge. Immerhin hat es Norbert Darabos so weit gebracht, dass sich sogar der Oberbefehlshaber, Bundespräsident Heinz Fischer genötigt sieht, ihm sein "vollstes Vertrauen" auszusprechen.
Als Lob ist das für einen Minister, der nicht einmal ein halbes Jahr im Amt ist, nur bedingt zu interpretieren. Und auch wenn sich die reale Bedrohungssituation für das im geeinten Europa eingebettete Österreich gewandelt hat, gilt noch immer, was der frühere Verteidigungsminister Robert Lichal sagte: Es könne kein Heer nur für Katastropheneinsätze geben, zum Heer gehöre auch der Kampfeinsatz. Die Verunsicherung, die der von der SPÖ zelebrierte Eurofighter-Streit im Bundesheer ausgelöst hat, gehört beseitigt. Der Wunsch des Bundespräsidenten, dass bis zum Sommer auf diesem Gebiet klare Ergebnisse vorliegen, richtet sich nicht zuletzt an Darabos und Co.

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