ÖOC- Präsident Leo Wallner im Ö3 "Frühstück bei mir" über ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel: "Es besteht keine Vertrauensbasis mehr."

Wien (OTS) - Im Ö3-"Frühstück bei mir" nahm ÖOC-Präsident Leo Wallner heute, Sonntag zum Urteil nach der Doping-Affäre von Turin Stellung:"Es war richtig. Alleine der Besitz von gewissen Mitteln ist strafbar. Die Betreuer, die Eingang in die Quartiere haben, mußten das gesehen haben." Den Einspruch von Langlauf- und Biathlondirektor Markus Gandler, er habe von Blutbeuteln und medizinischen Gerätschaften im Quartier des Langlaufteams nichts gewusst, lässt Leo Wallner nicht gelten: "Wenn er das nicht gesehen hat, stimmt etwas nicht."

Über Peter Schröcksnadel, der bei der Pressekonferenz am Dienstag als ÖOC Vizepräsident zurückgetreten ist und den ÖOC angegegriffen hat, sagt Wallner:"Es besteht aus meiner Sicht keine Vertrauensbasis mehr." Weiters sagte Wallner heute auf Ö3:"Ich habe ihm den Rat gegeben und habe ihm gesagt, er soll die Konsequenzen ziehen. Dass er Begründungen nimmt, mit denen ich nicht leben kann und nicht ganz einverstanden bin, muss ich als selbstverständlich annehmen. Der Herr Schröcksnadel ist ein Häferl, da darf man gewisse Sachen nicht so ernst nehmen." Außerdem, so Wallner über den ÖSV Präsidenten weiter:"Die Diplomatie ist nicht seine Hauptaufgabe und da hat er sicher Probleme in der internationalen Darstellung. Es ist natürlich sehr populistisch und angenehm zu sagen, ich stelle mich vor meine Sportlerinnen und Sportler, ich muss internationale Überlegungen mit einbauen."

Der Olympiabewerbung für Salzburg 2014 misst Wallner "gute Chancen zu". Gemeinsam mit Bundeskanzler Gusenbauer hofft er auch in Guatemala-City kurz vor der Abstimmung am 4. Juli noch Stimmen zu bekommen. "Wir werden uns dort ein Appartement mieten, wo wir mit Stimmberechtigten reden können. Ich glaube, dass die nette Art des Tony Blair bei Englands Olympiabewerbung eine Auswirkung gehabt hat. Ich werde ganz strategisch entscheiden, für wen ist es eine Ehre, für wen eine Belästigung, wenn der Regierungschef kommt."

Wallner, der letzte Woche den Chefsessel der Casinos Austria an Karl Stoss übergeben hat, nahm heute auch zum Fall Hannes Kartnig in "Frühstück bei mir" Stellung": Kartnig soll in den Jahren 1998-2007 insgesamt 2,9 Millionen Euro in den Casinos verspielt haben. Stimmen wurden laut, die Wallner vorwarfen, den Ex-Sturm-Präsident nicht gesperrt zu haben. Leo Wallner auf Ö3:"Vor dem Herrn Kartnig sind alle am Boden gelegen. Er wäre unter 100.000 Euro Umsatz nicht gekommen, der hat das gebraucht. Er ist ein echter Spieler. Wir haben Auskünfte eingeholt und alles gemacht, was man tun kann, er hat genug verdient, um in diesen Höhen spielen zu können, deshalb gab es keinen Grund ihn zu sperren. Wir wollen grosse Spieler auch haben. Die kleinen sind völlig uninteressant." Aus dem Fall Kartnig lerne der 71jährige Casino-Manager:" Ein Mensch, der so extrovertiert ist, seine Brusthaare und sein speckiges Haar in besonderer Form zeigt und mit dem Rolls Royce und Chauffeur vorfährt, muss mit Häme rechnen. Jemand, der eine gewisse Bescheidenheit an den Tag legt, kommt nie in diese Situation."

Für seine nahende Pension wünscht sich Leo Wallner "Zufriedenheit und das Auge für das Wesentliche." Eine neue Partnerin habe er nach dem Krebstod seiner Frau Elisabeth Kales "noch nicht" gefunden. Ob er sich eine Lebensliebe noch wünscht? Wallner auf Ö3:" Ich strebe nicht danach, aber ich schliesse es nicht aus."

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