Ex-Botschafter: Amnesty-Chef hält Auslieferung für "denkunmöglich" Todesstrafe und Folter in Kasachstan

Wien (OTS) - Amnesty International warnte die österreichische Justiz vor einer möglichen Auslieferung des ehemaligen kasachischer Botschafter in Österreich, Rakhat Aliyev: "Es gibt in Kasachstan Vorgänge, die hochgradig erschreckend sind und jedenfalls eine menschenrechtskonforme Auslieferung Österreichs denkunmöglich machen", so Amnesty-Chef Heinz Patzelt in einem Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntags-Ausgabe). In Kasachstan existiert die Todesstrafe und es werde auch massiv gefoltert.
Mit einem fairen Gerichtsverfahren für den Ex-Botschafter sei keinesfalls zu rechnen. "Unter diesen Bedingungen würden wir gegen eine Auslieferung unsere Stimme erheben. Österreich kann hier sicher nicht menschenrechtskonform zu einer Auslieferung kommen", warnt Patzelt. Ob die Vorwürfe gegen Alijev zutreffen, könne er nicht beurteilen, aber die Anschuldigungen, die von Staatschef Nursultan Nasarbajew kommen, würden in ein Muster passen, das gegen andere unbequeme Politiker schon angewendet wurde.
Alijev, der mit Nasarbajews Tochter Dariga verheiratet ist, wird per internationalem Haftbefehl gesucht. Laut Medienberichten beschuldigt die kasachische Regierung den Diplomaten, in die Entführung zweier hochrangiger Bankmanager verwickelt zu sein.

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