Weitere Etappe bei der Renaturierung der Lafnitz

Lafnitz soll europäischer Musterfluss werden - Neues Gerinne bringt weitere Entlastung des Flusses

Wien (OTS) - "Projektschwerpunkt des Projektes an der Lafnitz ist und bleibt die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Flusses. Um Fischen und anderen Wasserlebewesen ihre lebensnotwendigen Wanderungen zu ermöglichen, werden mit Hilfe von mehr als 30 Einzelmaßnahmen unterschiedlicher Art und Größe Hindernisse beseitigt und der Fluss damit wieder fischpassierbar gemacht. Durch die Errichtung eines neuen Gerinnes der Lafnitz rechtsseitig der Fritzmühle ist es möglich, die oberhalb der Fritzmühle liegenden ca. 300 Meter Fließstrecke als Altarm zu gestalten. Gleichzeitig werden auch zusätzliche Gewässerflächen geschaffen. Der neue Flusslauf soll an den untersten Abschnitt des Hühnerbaches angebunden werden und dort zu einer besseren Dotation dieses Abschnittes führen", so Wilfried Schimon, Leiter der Sektion Wasser im Lebensministerium, heute anlässlich eines weiteren Durchstichs in der Lafnitz im Rahmen des von der EU und dem Lebensministerium geförderten LIFE Projektes "Lafnitz - Lebensraumvernetzung an einem alpin-pannonischen Fluss".

Das große Ziel des LIFE-Projektes ist, die Lafnitz zum europäischen Musterfluss zu entwickeln. Die Lafnitz weist noch über weite Strecken Flussabschnitte auf, die sich durch naturnahe hydrologische und flussmorphologische Verhältnisse, wie zum Beispiel eine Vernetzung mit Augewässern und Auwaldbeständen und einer damit verbundenen Vielfalt an Arten und Lebensräumen, auszeichnen. Die Flusslandschaft zwischen den Ortschaften Lafnitz und Fürstenfeld zählt österreichweit zu den letzten weitgehend naturnahen erhaltenen Mäanderflüssen. Drei Viertel des Flusses können als natürlich oder naturnah eingestuft werden. "Trotz des generell positiven Erscheinungsbildes der Lafnitz, weist der Fluss noch Defizite auf, die mit Hilfe des Projektes beseitigt werden sollen", so Schimon weiter.

Im Unteren Lafnitztal stellt die Fritzmühle die größte Unterbrechung des Fließgewässerkontinuums dar. Die Stauhöhe beträgt derzeit ca. 3,5 Meter. Im Zuge des LIFE-Projektes erfolgte bereits die vollständige Ablöse des Wasserechtes der Fritzmühle. Weiters ist die naturnahe Umlegung der Lafnitz im Bereich der Fritzmühle auf einer Länge von rund 500 Meter geplant, um die Durchgängigkeit wieder vollständig herzustellen.

Trotz schon gesetzter Maßnahmen ist die Fischpassierbarkeit aufgrund zahlreicher Wehranlagen, Sohlschwellen bzw. Sohlrampen nicht, oder nur für bestimmte Arten bzw. Entwicklungsstadien der Fische gegeben. Durch die fehlende Verbindung der einzelnen Flussabschnitte gehen unter anderem wertvolle Laichgewässer bzw. Jungfischhabitate verloren. Besonders nach Katastrophen, wie zum Beispiel Hochwasserereignissen, ist aufgrund der bestehenden Wanderungshindernisse eine natürliche Wiederbesiedlung der Lebensräume nur schwer möglich.

Durch die Errichtung von entsprechenden Fischwanderhilfen oder den Umbau unpassierbarer Sohlrampen, Sohlstufen und Sohlschwellen wird die Lafnitz für die Fischpopulation von der Quelle bis zur Mündung in die Raab auf einer Länge von etwa 112 km wiederhergestellt. Die Erhöhung der Wasserabgabe von 3 Kleinkraftwerken, an der aktuell gearbeitet wird, ermöglicht eine größere Wassermenge in den Restwasserstrecken und führt somit zu einer Verbesserung der Durchgängigkeit des Gewässerkontinuums. Dadurch können die derzeit isolierten Teilpopulationen von Fischen wieder zusammengeführt bzw. neue, bisher abgetrennte Lebensräume wieder zur Verfügung gestellt werden.

Neben dem Lebensministerium fungieren auch noch die Steiermärkische und Burgenländische Landesregierung als Projektpartner. Von den Projektkosten, die mehr als 4,5 Millionen Euro betragen, werden 2 Millionen aus dem EU-Finanzierungsinstrument LIFE bereitgestellt. Der österreichische Anteil in der Höhe von 2,5 Millionen Euro wird mit 900.000 Euro durch das Lebensministerium wesentlich mitgetragen.

Rückfragen & Kontakt:

Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0005