Hainfeld-Konvent: BM Buchinger für neue Finanzierungsstruktur im Pflege- und Betreuungsbereich

Am Abschlusstag des 3-tägigen Konvents diskutierte BM Buchinger mit ExpertInnen und Interessierten über neue Wege um die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu lösen

St. Pölten (SPI) - Bei einem durchschnittlichen Wachstum von nur 1,5 Prozent pro Jahr wird sich bis zum Jahr 2030 das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf um ein Drittel erhöht haben. Die Anzahl der Menschen im Erwerbsalter, die derzeit rund 5,5 Millionen ausmacht, wird in diesem Zeitraum gleich bleiben, nur die Altersstruktur wird sich ändern. Der Anteil der über 80-Jähigen wird sich bis dahin verdoppeln.

"Die Herausforderung in einer alternden Gesellschaft wird es sein, das Pflege- und Betreuungsrisiko so zu gestalten, dass es gerecht verteilt ist", so BM Dr. Erwin Buchinger. Seine Forderungen sind:
Eine neue Finanzierungsstruktur für Pflege und Betreuung und die Schaffung einer entsprechenden personellen Struktur - einerseits durch Stärkung des immer mehr wegbrechenden Familienverbandes, andererseits durch den Ausbau der professionellen Schiene. Außerdem sollen die Formen der Pflege und Betreuung ausgebaut werden: "Viele Menschen haben außer dem Pflegeheim keine Alternative, hier müssen wir für mehr Wahlmöglichkeiten sorgen", erklärt Buchinger. Sei es durch Seniorenwohngemeinschaften, stationäre oder teilstationäre Angebote.

Moderator Wolfgang Luftensteiner (Renner Institut NÖ) sprach am Podium weiters mit BM a.D. Karl Blecha (Präs. des Seniorenrates); 2. LT-Präs. Ewald Sacher (Präs. Volkshilfe NÖ), Dr. Roland Paukner (Direktor für Pflegeheime der Stadt Wien) und Josef Wöss (Referent für Sozialpolitik der AK Wien) über die aktuelle Generationenproblematik.

"Bei der Finanzierung der Betreuung und Pflege muss ein Konsens zwischen Bund und Ländern gefunden werden", fordert Ewald Sacher. Er sieht das Problematik unter anderem darin, dass die Verteilung der finanziellen Mittel auch regional ungerecht erfolgt: "Das Problem des Föderalismus muss gelöst werden, sonst können viele andere Herausforderungen auch nicht gelöst werden", so Sacher weiter.

"Die Wohlstandsgewinne haben sich in den letzten Jahren verschoben. Eine wenige sind die Gewinner, für die breite Masse bleibt immer weniger übrig", bringt der Präsident des Seniorenrates, Karl Blecha, die ungerechte Verteilung der Mittel auf den Punkt. Er plädiert dafür, dass bei der Lösung der Finanzierungsfrage nicht die ArbeitnehmerInnen belastet werden dürfen, sondern die Wertschöpfung durch Einhebung von vermögensabhängigen Steuern erfolgen muss.

Auch die anderen Diskutanten sehen die Herausforderung keineswegs nur in der Finanzierung, "deren Lösung allerdings noch viele Diskussionen und Überzeugungsarbeit erfordert", so der einheitliche Tenor. Das Problem sei vielmehr, ein genaues Konzept für die Sicherung der Pflege und Betreuung zu entwickeln und ein "Pflegenetzwerk" mit mehreren Alternativen für die Betroffenen zu schaffen.

Am Nachmittag tagen zwei Arbeitsgruppen zu den Themen "Betreuungs-und Pflegemodelle für die Zukunft" und "Faire Chancen für ältere ArbeitnehmerInnen". Alle Ergebnisse des Hainfeld Konvents -interessante Diskussionsbeiträge und erarbeitete Lösungsansätze -werden in den nächsten Wochen zusammengefasst und veröffentlicht.

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