Prammer: Gute Zukunft für Österreichs Frauen

Wer gegen gemeinsame Schule ist, ist gegen eigene Kinder

Wien (SK) - "Wir gehen in eine gute Zukunft für die Frauen in Österreich", betonte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Samstag im Rahmen des zweiten Österreichischen Kongresses der Sozialdemokratischen Kommunalpolitikerinnen, abgehalten in der burgenländischen Gemeinde Oslip. Endlich habe man wieder eine Frauenministerin, unterstrich Prammer, und sie ist überzeugt, dass die Veränderungen in der Frauenpolitik bereits in den ersten Monaten der neuen Regierung zu bemerken seien, auch "wenn es uns die ÖVP oft nicht leicht macht". "Mit Doris Bures und den anderen Frauen in der Regierung werden wir eine gute Arbeit bewerkstelligen können", so die Nationalratspräsidentin. Sie sei glücklich über Justizministerin Berger, die bereits eine interministerielle Arbeitsgruppe zu einer Familienrechtsreform installiert habe und auch mit Bildungsministerin Schmied sei endlich wieder eine Sozialdemokratin in einem der wichtigsten Ressorts, denn "Bildungspolitik und Frauenpolitik lassen sich nicht trennen". ****

Bildungspolitik sei der "Schlüssel" für die Zukunft der Frauen, unterstrich Prammer. Ein wesentliches Element für eine moderne Bildungspolitik sei das Konzept der gemeinsamen Schule. "Wer gegen die gemeinsame Schule ist, ist gegen die eigenen Kinder", hielt Prammer fest. Je später die Entscheidung für den weiteren Lebensweg getroffen werden müsse, desto besser sei dies für die Entwicklung. Vor allem bei Frauen stelle sich bei der Rückkehr nach der Babypause in den Beruf oft heraus, dass sie die falsche Wahl getroffen hätten. Neben der gemeinsamen Schule sei auch die Ganztagsschule von Wichtigkeit, denn "wir wollen Burschen und Mädchen das Beste mitgeben." Es sei klar so Prammer, dass eine Reform des Bildungswesens nur Schritt für Schritt erfolgen könne, man werde die nächsten vier Jahre jedoch nutzen, um erste Etappenziele zu erreichen.

"Wir müssen feststellen, die Einkommensschere geht auseinander", konstatierte die SPÖ-Politikerin. Grund dafür sei die starke Zunahme der Teilzeit. Es solle keine Frau in die Vollzeit gezwungen werden, jedoch müsse man die Nachteile der Teilzeitarbeit ins Bewusstsein rücken. Um eine Besserstellung der Frauen am Arbeitsmarkt zu erreichen, brauche es mehr Kinderbetreuungsplätze und auch die Reform des Kindergeldes sei ein wichtiger Schritt. Ein für sie besonders wichtiges Thema in diesem Zusammenhang sei auch die Arbeitszeitautonomie. Dieser Punkt sei zwar nicht im Regierungsprogramm festgeschrieben, "aber man darf trotzdem darüber reden". "Geben wir den Menschen Flexibilität in die Hand", sagte Prammer. Andere Länder hätten mit der Arbeitszeitautonomie bereits gute Erfahrungen gemacht und auch für die Unternehmen sei es von Nutzen, motivierte Arbeitskräfte zu haben. "All das sind Themen, wo wir alle zusammenstehen müssen - auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene", appellierte die SPÖ-Frauenvorsitzende.

Prammer erfreut über großes Interesse am Kongress der sozialdemokratischen Kommunalpolitikerinnen

"Wir machen Politik nicht für uns, sondern für die Frauen in diesem Land", so Prammer in Richtung Auditorium. Im Gegensatz zu anderen Parteien übernehme die Sozialdemokratie auf allen Politikebenen Verantwortung für Frauen. Derzeit seien auf Gemeindeebene nur 20 Prozent Gemeinderätinnen, dies sei zwar "noch sehr mager", jedoch in der Tendenz steigend. Das große Interesse am Kommunalpolitischen Kongress zeige "dass die Sozialdemokratie auf dem richtigen Weg ist". Prammer zeigte sich besonders stolz auf die Bürgermeisterinnen und Vizebürgermeisterinnen, "die über die eigenen Grenzen hinweg schauen" und neben guter Arbeit für ihre Kommunen auch großartiges für die Frauen leisten würden. (Schluss) sw

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0004