Prammer bei Festveranstaltung "Lebendiges Gedächtnis"

Wien (SK) - "Warum ist mir die Geschichte von Frauen so wichtig? Weil ich der Meinung bin, dass sich eine Gesellschaft, die sich nur mit der Geschichte von Männern beschäftigt, auch nur eine Zukunft für Männer bekommt", betonte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Freitag im Rahmen der Festveranstaltung "Lebendiges Gedächtnis" zum sechzigjährigen Bestehen Lagergemeinschaft Ravensbrück. In Lagern des Nationalsozialismus seien Millionen Menschen eingekerkert, erniedrigt, gequält und ermordet worden, betonte Prammer. Zuwenig wisse man noch über weibliche Gefangene, dies allerdings nicht, weil es die Geschichtswissenschaft nicht aufgearbeitet hätte, sondern weil noch zuwenig darüber in die Öffentlichkeit gedrungen wäre. ****

Ravensbrück sei ein Lager gewesen, in dem hauptsächlich Frauen zur Zwangsarbeit ausgebeutet wurden, viele von den Insassinnen seien in andere Lager deportiert oder ermordet worden, die die zurückkamen, kamen "in ein Land mit wenig Hoffnung", so Prammer. Daher habe sich 1947 die Lagergemeinschaft Ravensbrück gegründet, um Unterstützung zu geben und die Erinnerung "an eine Zeit, die nicht vergessen werden darf", wach zu halten. Jeder habe den Auftrag, wachsam zu bleiben und gegen alle aufzustehen, die den Boden für Rassismus und Faschismus aufbereiten würden, appellierte die Nationalratspräsidentin.

Prammer zeigte sich besonders erfreut, dass der Festakt zum sechzigjährigen Bestehen der Lagergemeinschaft im Parlament stattfand, "weil das Parlament eine große Verantwortung hat". Das Parlament sei ein Ort der Diskussion und Begegnung und was in diesem Haus geschehe, wirke auf die öffentliche Meinung ein. Im Parlament habe man nicht immer die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gesucht, dies sei jetzt anders. Die Nationalratspräsidentin bemerkte zum Abschluss, dass sie auch in Zukunft eine Unterstützerin und Freundin der Lagergemeinschaft Ravensbrück bleiben werde. (Schluss) sw

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