Weltweites Jagdverbot auf große Meeressäuger bleibt bestehen

Pröll will, dass alle EU-Mitgliedsländer dem IWC beitreten

Wien (OTS) - Trotz einiger Abstimmungsergebnisse, die nicht im
Sinn der Walschutzes erfolgt sind, war die 59. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) von 28. bis 31. Mai in Anchorage, USA, durchaus von gegenseitigem Verständnis getragen. So wurden etwa gegen den Walfang von Island und den Delfinfang von Japan keine Resolutionen verabschiedet, weil offenbar erstmals ein Umdenken in diesen Ländern erkennbar ist. "Die Walschutzstaaten hatten heuer erstmals wieder eine deutliche Mehrheit. Dennoch sollten zumindest die fehlenden EU-Mitgliedsländer dem IWC beitreten, um für den Schutz der großen Meeressäuger einzutreten", zog Umweltminister Josef Pröll ein Resümee zum Abschluss der diesjährigen IWC-Tagung und appellierte an die EU-Mitgliedsstaaten.

Wichtigstes Ergebnis ist, dass das Moratorium gegen den kommerziellen Walfang aufrecht bleibt. Die Resolution zum Schutz des Vaquita, des höchst gefährdeten Delfins im Golf von Kalifornien, wurde ebenfalls angenommen. Darüber hinaus zog Japan seinen Antrag zum Küstenwalfang zurück. Die Walfangquoten von Grönland und Dänemark wurden gegenüber dem ursprünglichen Antrag um 10 Buckelwale pro Jahr reduziert. Darüber hinaus wird jährlich vom Wissenschaftskomitee des IWC überprüft werden, ob durch die Entnahme von Minkewalen eventuell deren Bestand gefährdet ist. Grönlandwale dürfen erst geschossen werden, wenn das Wissenschaftskomitee eine eindeutige Empfehlung ausspricht. Österreich und andere Walschutzstaaten wie Australien, Neu Seeland, Deutschland oder Frankreich hatten gegen diesen Antrag gestimmt, konnten die notwendige Mehrheit dafür allerdings nicht erreichen.

Österreich ist seit 1995 Vertragspartei des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs und nimmt seit 1994 an den Jahrestagungen der IWC teil. Die IWC hat 1986 ein Verbot für den kommerziellen Fang der großen Meeressäuger beschlossen, weil durch die exzessive Jagd fast alle Walarten an den Rand des Aussterbens gebracht wurden. Österreich gehört - wie unter anderem die USA, Australien, Neuseeland, Groß Britannien und Deutschland - zu den jenen Staaten, die aktiv gegen jede Art von Wal- und Delfinfang eintreten.

Neben den Walfangstaaten tragen auch andere Faktoren wie chemische Belastungen, Klimaänderungen, Lärm, militärische Aktivitäten, Ölplattformen oder generell die Überfischung zur Verschlechterung der Lebensqualität von Wale und Delfine bei. Bei der Verankerung von Umweltthemen in der IWC spielt Österreich eine führende Rolle. Mit dem Ziel, die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Walen und Umwelteinflüssen sowie die Intensivierung von Forschungsprogrammen über die Auswirkungen von Umweltverschmutzung zu fördern, unterstützt Österreich aktiv alle Aktivitäten in diesem Bereich.

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