IV-GS Beyrer: Beschäftigungszuwachs basiert primär auf Industriekonjunktur

Auch Lehrlingszahlen in Industrie steigen an - Wettbewerb um die besten Hände & Köpfe voll entbrannt

Wien (OTS) - Wien (PdI) Die exzellente Entwicklung auf dem österreichischen Arbeitsmarkt basiert primär auf dem brummenden Konjunkturmotor Industrie. Gleichzeitig zeigt sich, dass in den Industrieunternehmen der Mangel an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer stärker spürbar wird. So wurde beispielsweise in einer Umfrage unter den 100 führenden oberösterreichischen Industrieunternehmen am vergangenen Mittwoch wurde das Thema "Suche nach qualifizierten Mitarbeitern" als Top1-Problem genannt. "Wenn das heimische Arbeitskräftepotenzial trotz aller Bemühungen nicht mehr ausreicht, darf man sich nicht durch zu restriktive Zugangsbestimmungen für Arbeitskräfte aus den neuen EU-Mitgliedstaaten neue künstliche Wachstums- und Beschäftigungsbremsen errichten. "Wir befinden uns in einer Phase der von der Industrie maßgeblich getragenen Hochkonjunktur. Daher ist es von größter Bedeutung, dass diese Phase jetzt optimal für die Beschäftigung ausgenützt wird. Es darf daher zu keinen Engpässen am Arbeitsmarkt kommen", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Markus Beyrer.

"Es ist zu begrüßen, dass das Problem von Seiten der Regierung durch die Zulassung von 800 mittel- und osteuropäischen Facharbeitern zum heimischen Arbeitsmarkt nunmehr grundsätzlich erkannt wurde." Die bereits im Regierungsprogramm festgeschriebene flexiblere Erteilung von Arbeitserlaubnissen sowie die geplante sektorale Öffnung des Arbeitsmarktes für Fachkräfte aus den neuen EU-Ländern gingen zumindest "in die richtige Richtung". Doch nun sei die weitere konsequente Umsetzung des Arbeitsübereinkommens gefordert, so der IV-Generalsekretär.

Als "sachlich unrichtig" wies Beyrer die Aussagen von AK-Präsident Herbert Tumpel zurück, wonach die heimische Industrie immer weniger Lehrlinge ausbilden würde. Die heimische Industrie "erbringt laufend den Beweis, dass wir uns bemühen, zuerst das österreichische Arbeitskräftepotenzial maximal zu nutzen". Daher biete die Industrie neben Zukunftskonzepten wie etwas "Schule 2020" intensive und umfassende Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie konkrete Maßnahmen im Lehrlingsbereich, wie den neuen Ausbildungsweg des "Industrietechnikers". Dementsprechend würden die Lehrlingszahlen der Industrie wieder ansteigen. Mit 12,2 Prozent habe die Industrie 2006 den drittgrößten Anteil an Lehrlingen ausgebildet. Die oberösterreichische Industrie etwa konnte Ende April 2007 im Vergleich zu April des Vorjahres ein Plus von fast 16 Prozent bei neuen Lehrverträgen aufweisen, betonte Beyrer.

Zu Aussagen der Arbeiterkammer, wonach es keinen Mangel an Fachkräften in Österreich gäbe, sagte der IV-Generalsekretär, die AK sollte ihre Haltung zur Problematik überdenken. Aufgrund der Besetzungsschwierigkeiten können zusätzliche Aufträge in der Industrie heute nicht angenommen werden. Das heißt auch, dass vor-und nachgelagerte Beschäftigungsmöglichkeiten für das inländische Arbeitskräftepotenzial nicht realisiert werden können. "Restriktionen am Arbeitsmarkt kosten damit Jobs beziehungsweise Jobchancen - für inländische Arbeitnehmer", betonte Beyrer. Es sei gerade in den vergangenen Monaten zu beobachten gewesen, dass viele Fachkräfte aus unseren direkten Nachbarstaaten an uns vorbei nach Großbritannien und Irland gehen. "Es darf nicht vergessen werden, dass wir uns im Wettbewerb um die besten Hände & Köpfe befinden." Österreich braucht auch daher mittel- und langfristig freilich einen migrationspolitischen Paradigmenwechsel. "Aus Sicht der Industrie muss man sich zu einer qualifizierten Zuwanderung und zu einem transparenten System bekennen, das ermöglicht, jene Zuwanderer auszusuchen, die Österreich aus wirtschaftlichen Gründen braucht. Dabei muss das Prinzip ‚Qualität vor Quantität’ gelten", sagte Beyrer.

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