Österreichische Nationalbibliothek kauft Wittgenstein-Briefe

Wien (OTS) - Die Österreichische Nationalbibliothek erwarb aus Privatbesitz ein umfangreiches Konvolut von Briefen des Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889-1951) an den Architekten und Loos-Schüler Paul Engelmann (1891-1965). Die 40 Briefe und 13 Postkarten von Ludwig Wittgenstein an seinen Freund Paul Engelmann sind eine wichtige Ergänzung für den bedeutenden, bereits vorhandenen Wittgensteinbestand der Handschriften-, Autographen und Nachlass-Sammlung. Nach dem Ankauf von Manuskripten und einem Tagebuch von Ludwig Wittgenstein in den Jahren von 2003 bis 2005 ist dies die wichtigste Neuerwerbung von Wittgenstein-Autographen. Damit verfügt die Österreichische Nationalbibliothek nun - neben der Wren Library im Trinity College in Cambridge - über den bedeutendsten und umfangreichsten Bestand an Wittgenstein-Autographen.

Paul Engelmann, 1891 in Olmütz geboren, war 1912-14 Schüler, später Mitarbeiter von Adolf Loos und von dessen kulturpolitischen Ideen tief geprägt. 1934 emigrierte er nach Tel Aviv, wo er vor allem als Innenarchitekt, Publizist und Herausgeber tätig war und 1965 verstarb. Kennengelernt hatten sich Wittgenstein und Engelmann während des ersten Weltkriegs in Olmütz, als Wittgenstein die dortige Artillerie-schule besuchte. 1926 beauftragte Wittgensteins Schwester Margarete Engelmann mit dem Bau des Palais Stonborough-Wittgenstein in der Parkgasse/Kundmanngasse im 3. Wiener Bezirk. Wittgenstein interessierte sich sehr für das Projekt und dominierte bald Planung und Ausführung dieses architekturhistorisch revolutionären Hauses.

In Wittgensteins Korrespondenz wie auch in den Gesprächen mit Engelmann standen häufig moralische, religiöse und literarische Themen im Zentrum. In einem Brief an Engelmann vom 16. Jänner 1918 findet sich auch der inzwischen legendäre und für Wittgensteins gesamte Philosophie programmatische Satz: "Nur kein transzendentales Geschwätz, wenn alles so klar ist wie eine Watschen."

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