Kinderfreunde-Tagung: ExpertInnen für gemeinsame Ausbildung von KindergärtnerInnen und LehrerInnen

Mehr Forschung für Elementarpädagogik und sensible Zusammenführung

Wien (SK) - Im Rahmen einer Expertendiskussion, die vom Schulkompetenzzentrum der Kinderfreunde zum Thema "Neudenken der Pädagogischen Hochschulen!?" durchgeführt wurde, plädierten zahlreiche ExpertInnen für eine gemeinsame Ausbildung von KindergärtnerInnen und LehrerInnen, wiesen aber gleichzeitig auch darauf hin, dass die bisherige Qualität der Ausbildung im praktisch-pädagogischen Bereich erhalten bleiben soll. ***

Das PH-Hochschulgesetz 2005 würde es ermöglichen, die Ausbildung der Kindergarten-PädagogInnen auf Hochschulniveau statt bisher in Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIPS) anzubieten. Die internationale Entwicklung spricht dafür, da gerade der Elementare Bildungsbereich aufgewertet wird und die kompensatorischen Funktionen des Kindergartens als Bildungseinrichtung endlich auf breiter Ebene anerkannt wurden.

Bei der gestrigen Diskussion plädierten die ExpertInnen auch dafür, den Kindergarten und die Entwicklungszeit von zwei bis sechs Jahren als eigenständige Bildungsphase anzuerkennen und nicht nur unter dem Aspekt der Schulvorbereitung zu diskutieren. Gefordert wurde auch ein nationaler Bildungsplan, der - wie Sektionschef Anton Dobart betonte - nicht völlig neu erfunden werden müsste, da Wien und Vorarlberg als auch viele EU-Länder bereits solche Pläne entwickelt haben, die zur Diskussion stehen.

Auch die Schweiz könnte im Bereich der Akademisierung der Kindergartenpädagogik-Ausbildung Vorbild sein: Im Kanton Zürich blickt man auf eine fünfjährige Erfahrung mit der Zusammenführung von Kindergartenausbildung und LehrerInnenausbildung zurück. Modularer Aufbau, Eignungstestphasen, die Möglichkeit, mit zusätzlichem Bildungsaufwand sowohl als Elementarpädagogin als auch als Schulpädagogin arbeiten zu können, sind auch für die österreichische Diskussion gute Anregungen. Diese Form der Ausbildung könnte auch in Österreich die Kooperation zwischen PädagogInnen des Kindergartens und der Schule verbessern - was vor allem im Bereich der Sprachförderung wichtig wäre. Eine gemeinsame pädagogische Hochschule für alle pädagogischen Berufe würde Vorteile für jede Entwicklungsstufe der Kinder bringen.

Ein weiterer Aspekt der gestrigen Diskussion war, in Österreich die Bildungsforschung im Bereich Frühpädagogik auszubauen bzw. Lehrstühle dafür einzurichten. Wie der internationale Trend zeigt, braucht es mehr Forschung in diesem Bereich und die entsprechenden Ressourcen.

Gernot Rammer, Geschäftsführer des Schulkompetenzzentrums der Kinderfreunde, fordert, die wichtige Phase der elementaren Bildungszeit nicht nur als Vorbereitung auf die Schule, sondern insgesamt als wichtige Bildungszeit zu betrachten. "Bildung beginnt im Kindergarten, und dieser muss insgesamt noch besser werden. Die Ausbildung der PädagogInnen spielt dabei neben der Gruppengröße und anderen Qualitätsmerkmalen eine entscheidende Rolle", fasst Rammer die Debatte zusammen.

"Wir werden nicht umhin kommen, die Kindergartenpädagogik-Ausbildung auf Hochschulniveau zu heben, aber wir müssen darauf achten, dass die bisherige Qualität der Ausbildung gerade im praktisch-pädagogischen Bereich erhalten bleibt und die wissenschaftliche Ausbildung eine Bereicherung für die KleinkindpädagogInnen wird. So kann der Kindergarten als eigenständige Bildungseinrichtung seine Funktion in Richtung Frühförderung, Erziehung und Bildung optimal erfüllen", sagt dazu Beate Schasching, die Schulsprecherin der Kinderfreunde und SPÖ-Abgeordnete. (Schluss) ah/mp

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