APA-OTS Politikportalanalyse: Doping

Innsbruck / Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (25. bis 31. Mai 2007) belegt Bundeskanzler Alfred Gusenbauer Platz eins. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider findet sich auf Platz zwei, gefolgt von Verteidigungsminister Norbert Darabos auf Rang drei.

Die Doping-Affäre im Österreichischen Skiverband (ÖSV) beherrscht die mediale Berichterstattung in der aktuellen Untersuchungswoche. Nachdem im Februar 2006 bei den olympischen Winterspielen in Turin in den Mannschaftsquartieren der österreichischen Biathleten und Langläufer Blutbeutel und verbotene Substanzen gefunden wurden, setzte das Internationale Olympische Komitee (IOC) nun Konsequenzen:
Alle Beteiligten von Turin werden gesperrt. Außerdem strich das IOC Österreich Förderungen in der Höhe von einer Million Dollar und ÖSV Präsident Peter Schröcksnadel stellte seine Funktion als Vizepräsiden des Österreichischen Olympischen Komitees ruhend. In einer Aussendung bezeichnete es der für Sport zuständige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (288 Nennungen) als "oberste Priorität, das Ansehen der Athleten und des gesamten österreichischen Sportes wiederherzustellen." Zur Diskussion, dass die Affäre die Erfolgsaussichten der Olympia-Bewerbung Salzburgs für 2014 schmälere, meinte Gusenbauer: "Wir haben noch Chancen." Außerdem betonte der Kanzler, dass es Aufgabe der Politik sei, klare Rahmenbedingungen für den Kampf gegen Doping zu schaffen.

Ebenfalls Thema dieser Woche: Der Life-Ball. Gusenbauer besuchte die Anti-AIDS Veranstaltung gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Eva Steiner. Zuvor hatte er den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, der für seine AIDS-Stiftung von Life-Ball Organisator Gery Keszler einen Scheck über eine Million Dollar überreicht bekam, zum Gala-Diner ins Bundeskanzleramt geladen.

Jörg Haider (256 Nennungen) trat diese Woche erneut zum Verkauf der Kärntner Landesbank Hypo Alpe-Adria an die Bayrische Landesbank, der einen Polit-Streit in Kärnten ausgelöst hatte, medial in Erscheinung. In einer Sondersitzung des Kärntner Landtages wurde beschlossen, den Verkauf in einem Untersuchungsausschuss zu prüfen. Die Chefin der Kärntner SPÖ, Gabriele Schaunig-Kandut (Rang 12, 112 Nennungen) möchte, dass die Umstände des Verkaufes restlos aufgeklärt werden. Auch Haider stimmte dem Ausschuss zu, er "habe nichts zu verbergen." Und der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz (Rang 13, 107 Nennungen) betonte, dass "die Bank zum besten Zeitpunkt, zum besten Preis an den besten Partner" verkauft wurde.

Verteidigungsminister Norbert Darabos (236 Nennungen) musste sich mit Kritik aus dem Bundesheer auseinandersetzen. In einem offenen Brief äußerten die beiden ranghöchsten Milizoffiziere Michael Schaffer und Werner Bittner die Befürchtung, dass Darabos aufgrund der Eurofighter seine Gesamtverantwortung für das Bundesheer vernachlässige. Der Minister reagierte ebenfalls mit einem offenen Brief, in dem er betonte, die angesprochenen Sorgen ernst zu nehmen, aber auch Loyalität von den Offizieren erwarte. Außerdem legte er ein Bekenntnis zur Miliz ab und forderte mehr Geld für das Bundesheer im Doppelbudget 2009/2010. In der Eurofighter-Causa versprach Darabos, dass es in den nächsten Wochen "mehr Klarheit" geben werde.

In den Top-Five des Rankings finden sich außerdem Vizekanzler Wilhelm Molterer (Rang vier, 214 Nennungen) und Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (Rang fünf, 212 Nennungen). Molterer war wiederum zum Aktenstreit im Eurofighter-Untersuchungsausschuss in den Medien vertreten. Andrea Kdolsky positionierte sich mit dem Kinderbetreuungsgipfel und zum Thema Nichtraucher-Schutz.

Neu eingestiegen in dieser Woche in das Top-30 Politikerranking sind unter anderem: Doris Bures, SPÖ (Rang acht, 158 Nennungen), Michael Ritsch, SPÖ (Rang 18, 98 Nennungen), Elke Sader, SPÖ (Rang 23, 78 Nennungen), Peter Westenthaler, BZÖ (Rang 28, 69 Nennungen) und Hannes Missethon, ÖVP (Rang 29, 65 Nennungen).

Die SPÖ stellt diese Woche 13 PolitikerInnen im Ranking, die ÖVP positioniert sich mit elf VertreterInnen. Das BZÖ nimmt drei Positionen ein, die Grünen eine. Außerdem im Ranking:
Bundespräsident Heinz Fischer und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Die FPÖ ist diese Woche nicht vertreten.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

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