Tumpel: Brauchen jeden neuen Arbeitsplatz, um Anforderungen der Zukunft zu meistern

Arbeitslosigkeit immer noch um 25 Prozent höher als im Jahr 2000

Wien (OTS) - "Wir brauchen jeden neuen Arbeitsplatz, um die Anforderungen der Zukunft meistern zu können", sagt AK Präsident Herbert Tumpel zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Monat Mai. Der Rückgang der Zahl der Arbeit Suchenden (einschließlich SchulungsteilnehmerInnen) um knapp mehr als 7 Prozent auf rund 255.000 gegenüber dem Vorjahr sei zwar erfreulich, aber bei weitem noch kein Grund "sich zurückzulehnen". Die Zahl der Arbeit Suchenden liegt damit immer noch um über 50.000 Personen oder um rund 25 Prozent über dem Wert des Jahres 2000. Obwohl sich derzeit die Konjunktur gut entwickelt, erhöht sich aber auch das Arbeitskräfte-Angebot laufend. Bis zum Jahr 2010 wird sich das Arbeitskräfteangebot auch ohne vorgezogenes Ende der Übergangsfristen um bis zu 120.000 erhöhen. Hauptursache dafür sind: die demografische Entwicklung, der berechtigte Wunsch vieler Frauen nach Beschäftigung und die Wirkungen der Pensionsreformen seit 2000. Besorgt zeigt sich Tumpel über den zu geringen Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Jungen, vor allem bei den 15- bis 19-Jährigen (nur minus 2,4 Prozent) und bei den Frauen (nur minus 5,6 Prozent). "Wir haben in Österreich 17.000 junge Menschen, die keine Ausbildung im Betrieb finden können. Das sind Versäumnisse der Unternehmen", kritisiert Tumpel. Der AK Präsident verlangt von der Regierung, die angekündigten Schritte und Maßnahmen zur Sicherung und Erhöhung von Wachstum und Beschäftigung rasch umzusetzen, erwartet aber noch weitere Maßnahmen als bisher angekündigt. Außerdem warnt Tumpel davor, die Übergangsfrist für den Schutz des österreichischen Arbeitsmarktes nach der EU-Erweiterung nach und nach zu durchlöchern. Jeder budgetäre Spielraum, der sich aus den steigenden Steuereinnahmen ergeben wird, muss für ein Mehr an Aus- und Weiterbildung für die Jugend und die Erwachsenen genutzt werden. Die Einsparungen auf Grund der sinkenden Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung müssen konsequent für die Ausbildung von Fachkräften eingesetzt werden, erteilt Tumpel allen Rufen von Unternehmen nach noch mehr Fachkräften aus dem Ausland eine Absage.

Massive Kritik von Tumpel gibt es für Unternehmen in Industrie und Gewerbe, die nachweislich immer weniger Lehrlinge ausbilden und jetzt einen angeblichen Fachkräftemangel beklagen. "17.000 junge Menschen warten auf eine fundierte, qualitativ hochwertige Ausbildung, auf einen freien Arbeitsplatz kommen sechs Arbeit Suchende. Außerdem muss die Erwerbsquote der Frauen deutlich angehoben werden, um an die europäische Spitze anzuschließen. Das ist unser Potential für die Zukunft und nicht das Hereinholen ausländischer Fachkräfte zu Niedriglöhnen", sagt Tumpel. Der AK Präsident fordert, dass Unternehmen und Wirtschaftsminister endlich ihre Verantwortung für die Erstausbildung wahrnehmen und eine deutliche qualitative und quantitative Verbesserung der berufsbezogene Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeit Suchende und Beschäftigte durch eine massive Ausweitung der derzeit vorgesehenen 10.000 Plätze für die FacharbeiterInnenausbildung im Arbeitsmarktservice.

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