Wehsely: Wien setzt neue Standards in der stationären Pflege

Drei neue Geriatriezentren in Leopoldstadt, Favoriten und Meidling

Wien (OTS) - Die nächsten Schritte zur Umsetzung des Wiener Geriatriekonzepts legte Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely am Freitag in einem gemeinsamen Mediengespräch mit dem Direktor der Pflegeheime der Stadt Wien, Dr. Roland Paukner, vor. Wie Wehsely im Rahmen der Klubklausur der SPÖ Wien in Rust angekündigt hat, wird die Stadt Wien bis 2015 sechs neue moderne Geriatriezentren errichten. Am Freitag präsentierte die Stadträtin die Details für drei neue Einrichtungen. Sie werden dem zuständigen Gemeinderatsausschuss für Gesundheit und Soziales bereits am 6. Juni zur Beschlussfassung vorgelegt. Konkret geht es um neue Pflegeeinrichtungen in den Bezirken 2, 10 und 12. "Wien schaut und investiert in die Zukunft und hat daher keine Zeit zu verlieren", so Wehsely. Ziel sei, "den Wienerinnen und Wienern im Jahr 2015 ein dichtes Netz von modernsten Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 10.000 bedarfsgerechten Pflegeplätzen anbieten zu können". Mit den drei neuen Geriatriezentren "kommen wir diesem Ziel ein gutes Stück näher". Im Gemeinderat wird am 27. Juni über die drei Geriatriezentren entschieden. Auf Grund der Dringlichkeit des Themas rechnet Wehsely mit der Zustimmung aller Parteien. Insgesamt wird die Stadt Wien bis 2015 rund 350 Millionen in die Errichtung moderner Geriatriezentren investieren.****

Das "Geriatriezentrum Leopoldstadt" (Engerthstraße 154) wird von der GESIBA Gemeinnützige Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft am Areal der "Alten Busgarage" im Bereich Engerthstraße/Vorgartenstraße errichtet und vom KAV - vorbehaltlich der Zustimmung durch den Gemeinderat - gemietet. Die Liegenschaft verfügt über eine sehr gute öffentliche Verkehrsanbindung, weist eine ruhige Lage auf und hat ausreichende Grün- und Erholungsflächen sowie Nahversorgungsunternehmen in unmittelbarer Nähe. Mit dem Bau soll 2008 begonnen werden, 2010 soll das neue Geriatriezentrum fertig werden und rund 308 pflegebedürftigen Menschen einen behaglichen Wohnplatz bieten.

Das "Geriatriezentrum Innerfavoriten" (Davidgasse 79) soll am Standort der ehemaligen Heller Fabrik entstehen. Mit dem Bau wird 2008 begonnen. Das Pflegeheim wird von der BUWOG - Bauen und Wohnen GmbH errichtet und soll ab dem Jahr 2010 rund 268 Menschen einen modernen und voll medikalisierten Platz bieten. Das Grundstück der Heller Fabrik ist zentral in der Mitte des 10. Bezirkes gelegen und verfügt über eine sehr gute öffentliche Verkehrsanbindung und zahlreiche Nahversorgungsbetriebe in der Umgebung. Das neue Geriatriezentrum soll durch Umbau und Erweiterung der bestehenden Gebäude entstehen.

Das "Geriatriezentrum Meidling" (Oswaldgasse 33) wird am Areal des ehemaligen Kabelwerks im Bereich Oswaldgasse entstehen. Die kabelwerk bauträger gmbh wird mit der Errichtung 2008 beginnen. Die Fertigstellung ist für 2010 geplant. 256 Menschen soll dieses Haus einen modernen, behaglichen und voll medikalisierten Wohnplatz bieten.

Höchster Wohnkomfort

"Mit diesen drei neuen Geriatriezentren setzt Wien neue Standards für die stationäre Pflege", so die Wiener Gesundheitsstadträtin. In den neuen Häusern wird der Aspekt des Wohnens im Vordergrund stehen. Ein krankenhausähnlicher Charakter wird bewusst vermieden. "Es gibt eine klare Übereinstimmung mit den BauträgerInnen und ArchitektInnen, ein Wohnambiente zu schaffen, das pflegebedürftigen Menschen höchsten Wohnkomfort und MitarbeiterInnen ein angenehmes Arbeiten ermöglicht", so Wehsely.

Die neuen Pflegeeinrichtungen werden ausschließlich Ein- und Zweibettzimmer mit eigenen Toiletten, Bädern und barrierefreien Balkonen aufweisen und ihren BewohnerInnen helle, wohnliche Aufenthaltsräume, großzügige Grünflächen, Therapiegärten und viel natürliches Licht bieten. In den neuen Häusern wird es keine großen Stationen mehr geben, sondern kleine Wohnbereiche für 24 bis 28 BewohnerInnen. Es wird darauf geachtet, dass auch im Bett liegende bzw. im Rollstuhl sitzende Personen einen Ausblick ins Freie haben. Auch auf eine individuelle Gestaltbarkeit der Zimmer durch die BewohnerInnen wird Rücksicht genommen. Vertrautheit, Überschaubarkeit, Kleinteiligkeit, Sicherheit sind einige der Lebensqualitäten, die den künftigen BewohnerInnen geboten werden.

Außerdem werden mannigfaltige Kommunikations- und Begegnungsmöglichkeiten (Bassenafunktion der Gänge und Verbindungsbereiche...) geschaffen. Besonderes Augenmerk wird auf die Gestaltung der Gänge und Verbindungsgänge gelegt: Sie werden zu "Erlebnisgängen" mit verschiedenen Inszenierungen wie Aquarien, Brunnen oder Kunstobjekten. Gerade, lange Gänge gehören der Vergangenheit an. Die neuen Verbindungsflächen bieten Sitzmöglichkeiten, sind natürlich belichtet und in der Wegführung abwechslungsreich.

Demenzgerechte Ausstattung

Die neuen Häuser nehmen auch ganz besondere Rücksicht auf die steigende Zahl demenzkranker Menschen. So wird etwa der immense Bewegungsdrang dieser Personengruppe berücksichtigt. Sogenannte Demenzschleifen (Rundgänge ohne Sackgassen) werden auf jeder zweiten Station zu finden sein. In den Gartenbereichen und Dachgärten sind geschützte, abtrennbare Therapiegärten für Demenzkranke vorgesehen, die so gestaltet sind, dass sie von PatientInnen ohne Begleitperson aufgesucht werden können. Das funktioniert über Rundwege, die wieder auf die Station/Wohnbereich führen. "Mit diesen neuen Geriatriezentren setzen wir Meilensteine für pflege- und betreuungsbedürftige Menschen: individuelles Wohnen mit hochkompetenter Pflege und voller medizinischer und therapeutischer Betreuung", unterstreicht Direktor Paukner.

Hintergrund: Demographische Entwicklung als Herausforderung

Die demographische Entwicklung stellt Wien vor neue Herausforderungen. Waren im Jahr 2006 noch rund 271.000 WienerInnen über 65 Jahre alt, werden es im Jahr 2020 bereits 314.000 Menschen sein. Auch die Zahl jener Menschen, die älter als 75 und älter als 85 Jahre alt sind, wird signifikant steigen. Dadurch wächst der Bedarf an Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Die Stadt Wien wird daher in den nächsten Jahren das Pflege- und Betreuungsangebot ausbauen, flexibilisieren und regionalisieren.

Derzeit gibt die Stadt jährlich mehr als 680 Millionen Euro für ambulante und stationäre Pflege und Betreuung aus. Das Angebot reicht im ambulanten Bereich von PensionistInnen-Klubs und Tageszentren für SeniorInnen über Heimhilfe und Essen auf Rädern bis hin zur medizinischen Hauskrankenpflege. Im stationären Bereich gibt es ein ausreichendes Angebot von rund 8.500 Pflegeplätzen, die regionale Verteilung der Plätze ist jedoch unausgewogen und die Häuser entsprechen zum Teil nicht mehr zeitgemäßen Wohnstandards und den hohen Anforderungen des Wiener Wohn- und Pflegeheimgesetzes. Während es im Westen ein Überangebot gibt, sind andere Regionen unterversorgt. Der von Gesundheitsstadträtin Wehsely präsentierte Plan zur Umsetzung des Wiener Geriatriekonzeptes stellt eine optimale und regional ausgewogene Versorgung mit Pflegeplätzen im Jahr 2015 sicher.

Bis 2015 wird die Stadt gemeinsam mit gemeinnützigen Trägern ein dichtes Netz kleinerer und modernster Pflegeeinrichtungen errichten, die Gesamtzahl der Pflegeplätze wird auf 10.000 steigen. Der Plan sieht eine weitere Differenzierung des Angebotes und neue Standorte für eine bessere regionale Verteilung vor. Die Stadt Wien spezialisiert sich dabei auf die hohen Pflegestufen mit Bedarf nach voll medikalisierter Pflege. Menschen mit weniger intensivem Pflegebedarf werden Pflege und Betreuung in kleinen Häusern gemeinnütziger Träger finden. Außerdem wird auch das ambulante Angebot dynamisch und bedürfnisorientiert weiterentwickelt.

Sechs neue Geriatriezentren werden bis 2015 von der Stadt Wien errichtet: Es sind dies die Geriatriezentren Baumgarten, Liesing, Meidling, Innerfavoriten, Simmering und Leopoldstadt. Außerdem werden die Pflegeheime der Stadt Wien und das Kuratorium Wiener Pensionisten Wohnhäuser (KWP) im Rahmen einer engen Zusammenarbeit drei weitere innovative Einrichtungen mit insgesamt über 700 Plätzen in den Bezirken Ottakring, Döbling und Hietzing entwickeln. (Schluss) lac

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