Kaske: Gute Beschäftigungslage nutzen, um für den Herbst vorzubauen

Ausbildungsgarantie für Jugendliche rasch umsetzen

Wien (vida/ÖGB) - "Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich erfreulicher Weise etwas entspannt. Von Vollbeschäftigung sind wir aber noch immer weit entfernt", sagt der Sprecher für Arbeitsmarktfragen im ÖGB-Vorstand, vida-Vorsitzender Rudolf Kaske, zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für den Mai. Die Daten belegen einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Mai des Vorjahres um 6,6 Prozent. Insgesamt waren im Mai 197.796 Personen als Arbeit suchend gemeldet, dazu kommen 57.155 Arbeitslose, die an AMS-Schulungen teilnahmen. Die Jugendarbeitslosigkeit nahm zwar ebenfalls ab, vor allem bei den 15- bis 19-Jährigen war der Rückgang aber niedriger als bei der Gesamtarbeitslosigkeit. "Die Regierung muss die im Regierungsprogramm vorgesehene Ausbildungsgarantie für Jugendliche unter 18 Jahren umsetzen", verlangt Kaske. ++++

Österreichweit sind in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als 50.000 Lehrstellen verloren gegangen. Im Mai waren 30.441 Jugendliche zwischen 15 und 24 als arbeitslos gemeldet, 3.939 waren auf der Suche nach einer Lehrstelle. Dazu kommen weitere 8.552 Lehrstellen suchende, die nicht sofort verfügbar sind. "Im Herbst, nach dem Schulschluss, wird sich die Situation verschärfen, wenn nicht schon jetzt Maßnahmen gesetzt werden. Das Auffangnetz für Jugendliche muss kräftig ausgeweitet werden. Vorrang muss der Ausbau von Plätzen in überbetrieblichen Lehrwerkstätten haben, wo die Jugendlichen auch ihren Lehrabschluss machen können", verlangt Kaske. "Dafür braucht es zusätzliche Budgetmittel, ebenso für die Ausbildung von zusätzlich 20.000 FacharbeiterInnen ", sagt Kaske.

Dringend umgesetzt werden müsse zudem ein bundesweiter Berufsausbildungsfonds, in den alle Betriebe einzahlen und von dem Betriebe, welche Lehrlinge ausbilden, profitieren. "Vielleicht werden dann auch jene Betriebe, die jetzt nach Facharbeitern schreien, aber selber keine ausbilden, weniger. In Vorarlberg funktioniert der betriebsübergreifende Ausbildungsfonds. Diese Lösung muss auch österreichweit möglich sein", sagt Kaske.

ÖGB, 1. Juni 2007 Nr. 359

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