ÖAMTC: Das höchste Risiko, auf der Straße getötet zu werden, tragen Jung und Alt (Teil 2)

Jeder dritte Unfalltote 2006 war zwischen 15 und 24 bzw. über 75 Jahre alt

Wien (OTS) - Wie dringend eine intensive Auseinandersetzung mit
der eigenen Sicherheit im Straßenverkehr für Jung und Alt ist, zeigt die Unfallstatistik. Laut Statistik Austria sind mit 161 Verkehrstoten je einer Million Einwohner der Altersklasse die 15- bis 24-Jährigen besonders gefährdet, nur knapp dahinter die über 75-Jährigen mit 143 Verkehrstoten. "Der Straßenverkehr ist in Bewegung und stellt stets neue Anforderungen an uns. Verkehrssicherheit hört nicht beim Schulwegtraining auf, das Bewusstsein muss ein Leben lang Thema sein", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa.

Jugendliche haben das größte Risiko im Straßenverkehr zu verunglücken. 2006 waren 31 Prozent aller Verletzten und 22 Prozent aller Todesopfer in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen zu beklagen. Bei Alkoholunfällen sind 30 Prozent der alkoholisierten Beteiligten zwischen 15 und 24 Jahre alte Jugendliche. Trotz der bedrückenden Zahlen gibt es eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Durch die Mehrphasen-Fahrausbildung konnte bei den jungen, an Unfällen beteiligten Pkw-Lenkern, in den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückgang verzeichnet werden.

Senioren sind insgesamt seltener an Unfällen mit Personenschaden beteiligt als junge Verkehrsteilnehmer. Laut Studien erhöht sich das Unfallrisiko aber mit zunehmendem Alter. Ab Ende 70 beginnt das Unfallrisiko zu steigen, bei einem Alter von Ende 80 ist das Risiko so hoch wie jenes eines jungen Fahrers. Laut Statistik Austria ist in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der an Unfällen beteiligten Pkw-Lenkern, die 75 Jahre oder älter waren, von zirka 900 auf rund 1.400 gestiegen. Gründe sind das erhöhte Mobilitätsbedürfnis sowie die demografische Entwicklung der Bevölkerung. Der Anteil älterer Menschen und damit auch älterer Verkehrsteilnehmer wird in Zukunft weiter zunehmen. Nach Prognosen der Statistik Austria werden im Jahr 2030 bereits 30 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein, im Jahr 2050 rund 34 Prozent. "Diese Entwicklung muss bei zukünftigen Planungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit berücksichtigt werden", sagt die ÖAMTC-Expertin.

ÖAMTC fordert noch mehr zielgruppenadäquate Prävention in der Verkehrssicherheit

Der Straßenverkehr stellt stets neue Anforderungen an uns und setzt eine lebenslange Auseinandersetzung voraus:

* Über 44.000 junge Lenker absolvieren jährlich in einem der neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren ihr Mehrphasen-Training. Sie lernen, wie sie durch richtige Fahrweise gefährliche Momente im Straßenverkehr vermeiden, wie sich das eigene Fahrzeug in kritischen Situationen verhält und wie man richtig darauf reagiert.

* Seit sechs Jahren führt der ÖAMTC die Aktion "Mobil sein - Mobil bleiben" in seinen Fahrsicherheitszentren durch. Senioren können einen Tag lang selbst "erfahren", wie sicher sie das Lenkrad in der Hand haben. Hauptaugenmerk wird auf Brems- und Ausweichmanöver gelegt. "Ziel der Aktion ist es, die Automobilität der Teilnehmer möglichst lange zu erhalten und eventuell auftretende Ängste im Straßenverkehr abzubauen", erklärt ÖAMTC-Instruktor Andreas Pazourek.

Die ÖAMTC-Experten setzen auf zielgruppenadäquate Prävention durch Information und Beratung. Zur Bewusstseinsbildung ist es wichtig, sich mit dem eigenem Fahrverhalten kritisch und konstruktiv auseinanderzusetzen. Nur so findet man heraus, ob gegebenenfalls Maßnahmen gesetzt werden müssen.

Informationen zum Trainingsprogramm in den ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren gibt es unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit.

Aviso an die Redaktionen:
Grafiken zur Unfallstatistik in den Altersgruppen finden sich im ÖAMTC-Foto-Service unter www.oeamtc.at/presse.

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